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Kornblüte mit Jungen

Kornblütes Junge ist die erste Kurzgeschichte zu den WüstenClans.

Charaktere:

Kornblüte- eine hübsche, hellgrau-schwarz gestreifte Kätzin mit leichtem Blau-Stich

Himmelschweif- blaugrauer Kater

Aschenwolke- dunkelgrau getigerter Kater mit weißen Pfoten

Gerstenfarn- weiß-braun getigerter Kater

Kornblütes Junge

Kornblüte versuchte, über ihren Bauch hinweg zu spähen und die Kräuter zu sehen, die Aschenwolke vor ihr aufreihte, doch sie war so kugelrund, dass sie nichts erkennen konnte. Nervös schaukelte sie mit den Hinterpfoten und fuhr sich über den angeschwollenen Leib.

„Keine Sorge, es wird dir nichts passieren.“, miaute Aschenwolke mit ruhiger Stimme und breitete noch mehr Kräuter vor ihr aus. Gerstenfarn, sein Schüler, leckte Kornblüte liebevoll über den Kopf. Sie waren sich nie so nahe gewesen wie andere, doch sie beide hatten nicht vergessen, dass sie aus dem gleichen Wurf stammten.

„Schon viele Königinnen vor dir haben das durchgestanden. Und alle haben sich so gefühlt wie du.“, fügte er hinzu. Ja, viele Königinnen vor mir!, erinnerte sich Kornblüte und leckt sich abermals über den Bauch.

Plötzlich schob sich etwas vor den Eingang und die Kinderstube wurde dunkel. Kornblüte fuhr herum und entdeckte einen blaugrauen Kater, der das Licht abgeschnitten hatte. Sie entspannte sich. „Hallo, Himmelschweif“, begrüßte sie ihren Gefährten und sah zu, wie er sich durch den Spalt zwängte, der in den Bau führte. Im Maul trug er eine fette Maus.

„Hallo, Kormbüte. Fieh gehpf dir? Fieh ma, die hab if exftra für dif gefangen!“, nuschelte er durch die Beute hindurch. Kornblüte war geschmeichelt, doch sie konnte sich im Leben nicht vorstellen, etwas zu essen. „Danke, ich heb' sie mir auf.“, miaute sie, um ihn nicht zu kränken. Er erwiderte etwas, doch plötzlich fuhr ein entsetzlicher Schmerz durch Kornblüte, als rissen sie tausend Krallen ein. Sie jaulte schmerzhaft auf. Erschrocken fuhr Himmelschweif zurück. „Was ist denn?“, fragte er und Kornblüte sah seine Unsicherheit. Vor allem auf der Welt konnte er sie beschützen und gegen alles ankämpfen, aber gegen das hier war er machtlos. Hilflos sah er zu, wie seine Gefährtin sich unter dem Schmerz krümmte und keuchte.

Tu doch etwas!“, fuhr er Aschenwolke an, doch der Kater stand nur seelenruhig neben der Königin und wartete ab. „Gegen die Schmerzen kann ich nichts tun. Das einzige Mittel wären Mohnsamen, aber wenn ich die ihr geben würde, hätte sie nicht mehr genug Kraft und sie und die Jungen würden sterben.“, miaute er. Kornblüte keuchte auf. Nein! Nicht meine Jungen! Ich werde alles tun, um euch zu helfen!, dachte sie und versuchte, stark zu sein. Doch es fiel ihr schwer. Sonst bewahrte sie immer die Fassung und ließ sich kaum aus der Ruhe bringen, doch jetzt konnte sie sich nicht mehr halten. Eine neue Wehe durchfuhr sie wie ein Blitz und sie presste die Zähne zusammen, um nicht laut aufzuschreien. „Aber wie lange dauert es denn noch?“, presste sie hervor.

„Nicht mehr lange.“, miaute Aschenwolke. „Gerstenfarn kann ja einmal nachsehen, wie viele Jungen du bekommen wirst.“ Kornblütes Mine hellte sich etwas auf, doch sobald ihr Bruder zu ihr getreten war und sein Ohr an ihren Bauch gedrückt hatte, kehrte der Schmerz so heftig wie noch nie zurück. Sie schrie auf und trat den Heiler-Schüler ungewollt mit den Hinterbeinen.

Autsch!“, rief er erschrocken. Doch Kornblüte war zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als dass sie sich entschuldigen konnte. Sie spürte, wie der Schmerz anhielt und nicht verklingen wollte. Sie fühlte sich, als wäre sie kurz vor dem Tode. Sie hatte kaum genug Kraft, um die Augen offen zu halten. SternenClan, rette mich!, rief sie in Gedanken.

„Sehr gut“, miaute Aschenwolke. „Dein erstes Junges ist unterwegs.“ Tatsächlich konnte Kornblüte eine winzige, graue Gestalt erkennen, die neben ihr in das Nest fiel. Langsam aber sicher ebbte der Schmerz ab und nur noch unerwartet heftige Zuneigung durchströmte sie. Gerstenfarn biss in die Fruchthülle des kleinen Wesens und trennte die Nabelschnur durch. Kornblüte konnte es kaum erwarten, ihr Junges an sich zu schieben und gründlich zu waschen. Der Heiler-Schüler reichte es ihr vorsichtig hinüber. „Leck es jetzt gut trocken, damit seine Atmung angeregt wird.“, miaute er. Kornblüte nickte und beugte sich über das Kleine. Gründlich fuhr sie mit der Zunge sein Fell entlang, mit und gegen die Richtung und fühlte die Wärme und den raschen Herzschlag unter dem Pelz. Als sie fertig war, zog sie das Junge dicht an den Bauch und es begann, gierig zu trinken.

Ein gesunder, kleiner Kater!“, schnurrte Aschenwolke. Ein Kater. Ich habe einen Sohn! Glücklich schmiegte sie sich an den Kleinen. Er war dunkelgrau und besaß ein paar schwarze Streifen. Er sah so winzig und unförmig aus, nicht größer als eine Spitzmaus.

„War's das schon?“, fragte Himmelschweif und blickte auf seinen kleinen Sohn. Kornblüte hätte ihm gerne eins auf die Nase gegeben. Was konnte man mehr erwarten? Doch sie wusste, dass da noch mehr Junge in ihr schlummerten.

„Nein“, miaute Gerstenfarn und musterte prüfend den Bauch seiner Schwester. Schon setzte die nächste Wehe ein. Diesmal kam sie ihr noch schmerzhafter vor. Jaulend schrie sie auf, der Schmerz betäubte ihre Bewegungen. Doch so schnell wie er gekommen war, war er auch schon wieder vorbei. Ein sehr blaues Bündel lag neben ihr im Nest. Diesmal übernahm sie das Aufbeißen der Fruchthülle selbst. Liebevoll leckte sie das rein blaue Junge trocken und schob es dicht an den Leib. „Eine Kätzin“, schnurrte sie leise. Himmelschweifs Augen glühten vor Stolz. „Sie sieht dir so ähnlich!“, miaute Kornblüte und leckte der kleinen Kätzin abermals über das Fell. Auch sie begann sofort, sich eine Zitze zu suchen und zu trinken.

„Ich gratuliere!“, miaute Aschenwolke und nickte der Königin zu. „Du hast zwei gesunde Junge.“ Kornblüte platzte fast vor stolz. Die beiden Jungen sahen kräftig und gesund aus. „Ihr könnt euch jetzt Namen für sie überlegen. Unser Job ist hier beendet.“ Er winkte den beiden zum Abschied mit der Schwanzspitze zu und verließ dann die Kinderstube, dicht gefolgt von Gerstenfarn.

Himmelschweif trat näher an seine Gefährtin heran. „Sie sehen wundervoll aus.“, miaute er. Kornblüte schnurrte. „Ich weiß. Sie werden die besten Krieger, die der LeopardenClan je gesehen hat.“ Himmelschweif miaute zustimmend und schmiegte sich an seine Gefährtin. „Der Kater soll Federjunges heißen.“ Kornblüte blickte auf den Gestreiften. „Ja, Federjunges ist ein guter Name. Und die Kätzin nennen wir Seerosenjunges.“ Himmelschweif schnurrte. „Federjunges und Seerosenjunges. Meine Kleinen, mit euch hat der SternenClan etwas Besonderes vor, das spüre ich.“

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