FANDOM


Die ElementeClans sind vier Clans (Feuer-, Wasser-, Erd-, LuftClan).

Im Moment besteht die Serie ElementeClans aus zwei Geschichten zu je 20 Kapiteln.

Hauptpersonen

Hauptperson der ersten Geschichte ist Vanillepfote (Vanilleduft, Vanillestern). Sie ist eine cremefarbene Kätzin mit braunen Augen und einer weißen Schwanzspitze. Ihre Eltern waren Heuschweif und Rosenblüte, zwei Einzelläufer, die sich dem FeuerClan anschlossen und die Clan- Namen Heuschweif und Rosenblüte übernahmen.

Hauptperson der zweiten Geschichte ist Vanillesterns Tochter Hibiskuspfote, Schülerin von Eisenkralle, die im Epilog geboren wurde.

Hibiskuspfote ist ebenfalls cremefarben, hat aber grüne Augen und ähnelt ihrer Großmutter Rosenblüte, einer Siamkatze.

Die Geschichte

Band 1:


1. Kapitel

Langsam erhob sich die goldene Kätzin. „Wo ist die Heilerin? Immer wenn man sie braucht, ist sie nicht da!“ ,jammerte sie. Ihr Bauch war schon angeschwollen von ihren Jungen. „Keine Sorge, Glückspelz“, miaute eine rote Kätzin. Vanillepfote betrachtete sie entsetzt. Sie war abgemagert, ihre Augen stachen hervor und ihre Rippen traten raus. Auch Laufpfote, deren Fell sie neben sich spürte, sah zu Herzseele. Diese blickte zu Glückspelz. „Deine Jungen werden kommen, und sie werden gesund sein“, versprach sie ihr. Die Königin seufzte erleichtert.

Eine silberne Kätzin kam hinzu. „Mehr Krieger für den FeuerClan“, miaute Laufpfote ihr triumphierend zu. „Wirklich? Das ist toll, doch die Frischbeute ist jetzt schon knapp. Der Frischbeutehaufen ist fast leer, und..“ Doch Vanillepfote unterbrach sie: „Wir gehen jagen“, sagte sie und schaute dabei Laufpfote an. „Was dagegen wenn Eisenpfote mitkommt?“, fragte Federstern die beiden. „Ja“ ,murmelte Laufpfote, doch sie gab ihr einen Stoß und maunzte schnell ein lautes Nein zu Federstern. Diese durchbohrte Vanillepfote mit Blicken, dass ihr das Fell kribbelte, doch sie entspannte sich ein wenig, als Federstern zu Herzseele ging.

Los jetzt“, zischte sie zu Laufpfote und warf noch ein paar nervöse Blicke zu Federstern, die sie aber nicht beachtete. „Ich hole Eisenpfote, du könntest doch hier warten“, schlug sie vor. Laufpfote nickte und legte sich hin. Schnell rannte Vanillepfote zu Eisenpfote, der nachdenklich in die Sterne schaute. „Jagen“, erklärte sie ihm. „Mit Laufpfote, in Ordnung?“ Er schnippte mit dem Schwanz und erhob sich langsam. Dann trottete er hinter ihr her.

Vanillepfote schnüffelte. Die kalte Nachtluft tat gut, doch sie waren nicht zum Erholen hier. Gleich roch sie eine Maus und hörte auch ihre kleinen Pfoten am Boden trippeln. Sie signalisierte den anderen, sie sollen hier bleiben und schlich sich an. Mit einem kleinen Sprung erwischte sie die Maus und tötete sie rasch. Eisenpfote hatte derweil einen Spatz erwischt, der gerade Würmer gesucht hatte, und Laufpfote einen Hasen.

Damit können wir uns sehen lassen“, meinte Vanillepfote. Eisenpfote hörte ihr jedoch nicht zu, sondern sein Blick wanderte wieder zum Sternenvlies. „Eisenpfote! Du hörst nicht zu!“, fauchte sie ärgerlich. Wieso schaut er immer zum Sternenvlies? fragte sie sich. „Ich hab.. ich hab..“, stotterte er. „ Du hast?“, fragte sie ihn scharf.

Er suchte anscheinend nach einer Ausrede, dann fand er eine. Sein Gesicht hellte sich auf. „Da.. da oben... ein Eichhörnchen... im Baum...“ Er zeigte auf ein kleines Tier, was im Schatten verborgen war. „Moment“, flüsterte Laufpfote. Sie trat ein paar Schritte zurück, nahm Anlauf und wetzte den Baum hoch, schlug das verdutzte Eichhörnchen vom Ast und tötete es. Dann kam sie wieder auf die Erde herunter. „Toll“, meinte Eisenpfote und blickte, immer noch verlegen, zu Vanillepfote.

Diese würdigte ihn keines Blickes, sondern stolzierte mit der Maus an ihm vorbei. Mäusehirn! dachte sie bei sich, doch wollte es ihm nicht ins Gesicht sagen.

Im Lager zurück, war das Erste, was sie sahen, Glücksseele, die zufrieden ein goldenes Junges leckte. Begeistert stürmte Vanillepfote zu ihr. „Hast du schon Namen für deine Jungen?“, fragte sie aufgeregt. Sie konnte nicht fassen, dass diese kleine Ding einmal ein Krieger sein würde.

Ja“, schnurrte Glücksseele. „Plätscherjunges“, sie hob das goldene Junge hoch, „ und Eulenjunges“, sie zeigte auf einen braunen Kater. „Sie sind toll“, schnurrte Laufpfote. Vanillepfote erschrak. Sie hatte gar nicht bemerkt, dass Laufpfote hinter sie getreten war. Eisenpfote trabte vorbei, warf jedoch nur einen kurzen Blick auf die Jungen und verschwand im Bau. Ärgerlich fauchte Vanillepfote ihm nach. Dann folgten auch sie und Laufpfote ihm in die kleine Höhle, den Bau der Schüler.

Nach einem tiefen, traumlosen Schlaf wachte Vanillepfote wieder auf. Die Sonne schien sehr hell auf sie herab und sie wusste, dass alle anderen noch schliefen und so stand sie auf, machte eine rasche Fellpflege und setzte sich in den Schatten eines Farnwedels. Es versprach ein heißer Tag zu werden, die Sonne brannte schon jetzt auf ihren Pelz. Dann dachte sie noch einmal über Eisenpfote nach, über seinen Blick in die Sterne, doch als Schattenpfote sie ansprang und sie spielerisch über die Lichtung rollten, vergaß sie ihn wieder.


  1. Kapitel


Die beiden ließen einander los, als sie Federstern die vertrauten Worte jaulen hörten, mit denen die Anführer ihren Clan zu einer Versammlung riefen. „Wir haben uns versammelt, um einer Schülerin ihren verdienten Kriegernamen zu geben. Hellpfote, trete vor.“

Hellpfotes Schnurrhaare zitterten vor Aufregung. Ihre Mentorin Goldblatt blickte stolz auf sie herab. Vanillepfote staunte, wie groß Hellpfote im vergangenen Mond geworden war. Sie überragte schon fast ihre Mentorin. Und als sie stolz nach vorne trat, sah sie wie eine richtige Kriegerin aus.

Hellpfote, versprichst du, das Gesetz der Krieger in Ehren zu wahren und diesen Clan zu schützen und für ihn zu kämpfen, selbst wenn es dein Leben kostet?“

Ich verspreche es“, miaute Hellpfote mit erhobenem Kopf.

Mit SternenClans Hilfe gebe ich dir jetzt deinen Kriegernamen“, fuhr sie fort. „Hellpfote, von nun an wirst du den Namen Hellstreif tragen. Der SternenClan ehrt dich für deinen Mut und deine Schnelligkeit und wir heißen dich als vollwertige Kriegerin im FeuerClan willkommen.“

Federstern sprang vom Hochstein, legte Hellstreif die Schnauze auf den Kopf und Hellstreif leckte ihr die Schulter und trottete auf ihren Platz bei den Kriegern.

Vanillepfote bemerkte Springpfotes eifersüchtigen Blick. Wahrscheinlich ist sie sauer, dachte sie, weil Hellstreif ihre gleichaltrige Schwester ist und sie auch gleichzeitig Schüler geworden sind, aber jetzt ist Hellstreif Krieger und sie nicht. Aber Laufpfote ist doch auch ihre Schwester! Laufpfote war eine der Ersten, die zu Hellstreif gingen und ihr gratulierten, sie sah kein bisschen verärgert aus.

Als die anderen Katzen Hellstreifs Namen riefen, jaulte sie einfach mit. „Hellstreif!“, rief Vanillepfote und rannte zu ihr, schnurrte und drückte ihr die Nase ins Fell. Hellstreif blickte stolz auf der Lichtung herum. „Vergiss deine Nachtwache heute Nacht nicht“, mahnte Federstern, die dazu getreten war.

Du hast Glück!“, neckte Vanillepfote sie. „Das wird eine warme Nachtwache!“ Die Sonne schien immer noch so warm vom Himmel wie bei Sonnenaufgang.

Haselschweif kam hinzu. „Vanillepfote, du bist für die Patrouille um Sonnenhoch eingeteilt. Du gehst mit deinem Mentor und Dunkelteich.“ „In Ordnung“, miaute Vanillepfote schnell und sauste über die Lichtung zu Flechtenherz. Diese wusste anscheinend schon Bescheid und rief Dunkelteich zum Losmarschieren.

Na, Vanillepfote. Was riechst du?“ fragte Flechtenherz. Sie waren an einer Grenze angekommen. „Da ist ein feindlicher Clan. Ich rieche Katzen!“, miaute sie. Belustigt schnurrte Flechtenherz. „Das ist der Geruch des WasserClans“, erklärte sie. „Welche Clans kennst du denn noch?“ fragte Dunkelteich sie. „Den ErdClan und den... den... ähm.. den..“ „LuftClan“, ergänzte Flechtenherz. „Genau“, murmelte Vanillepfote. Das war ihr alles ein bisschen peinlich.

Plötzlich stockte Vanillepfote. Vor ihr lagen Federn verteilt und der selbe Geruch von vorhin stach ihr in die Nase. „Der WasserClan hat auf unserem Territorium gejagt!“, fauchte Dunkelteich. „Ins Lager, schnell!“ Sie preschte los, hinter sich die beiden anderen.

Federstern, schnell!“, jaulte sie, noch außer Atem. „Stell eine Kampftruppe zusammen! Der WasserClan war auf unserem Territorium!“

Federstern schien gewachsen zu sein, als sie auf den Hochstein sprang und einteilte: „Eine Kampftruppe und eine Reservetruppe. Kampftruppe, Flechtenherz, Vanillepfote, Eisenpfote, Dunkelteich und Braunkehle, der Rest Reservetruppe. Herzseele und Springpfote, nehmt das was ihr braucht und noch einen Schüler, nehmt Laufpfote. Ich gehe in den Kampftrupp.“

Sie stürmte los. Vanillepfote lief hinter sie. Sie spürte ihre Pfoten auf den Waldboden aufsetzen, sie hörte das Atmen der anderen und das Rascheln der Blätter unter den Pfoten. Sie setzte über einen Baumstamm und wartete an der Grenze zum WasserClan auf den Reservetrupp. Erst als alle da waren, erklärte Federstern ihren Plan, dass die Reservetruppe erst später dazustoßen sollte und helfen sollte, wo jemand Schwierigkeiten hatte.

Jeder war mit ihrem Plan einverstanden, und so schlichen sie sich auf das WasserClan Territorium.


  1. Kapitel

Vanillepfote hörte hinter sich ein Keuchen, Eisenpfote japste. „Alles in Ordnung?“, fragte sie besorgt. Er schien ziemlich außer Puste. Da plötzlich blieb er stehen. „Kümmre dich um deine Mäuse!“, fauchte er wütend und rannte weiter nach vorne.

Federstern blieb stehen. „Ihr zwei Streithähne kümmert euch um die Schüler, der Rest geht auf die Krieger, aber keiner geht auf den Anführer los, verstanden?“ Alle murmelten leise Zustimmung.

Federstern stieß einen Kampfschrei aus und Vanillepfote sauste den Abhang hinunter. Sie sah eine kleinere Katze auf sich zukommen, streckte die Krallen aus und zerrupfte dieser den schwarzweißen Pelz. Sie jaulte auf und verschwand im Gebüsch. Suchend sah Vanillepfote sich um. Da war Federstern, da Flechtenherz, aber wo war Eisenpfote?

Da sah sie ihn, verzweifelt wand er sich unter einem großen Krieger des WasserClans. Schnell stürmte sie zu ihm. Sie kratzte und biss die Katze, wo es nur ging. Endlich flüchtete sie ins Gebüsch.

Eisenpfote war schwer verletzt, er humpelte und sein Ohr blutete stark. Laufpfote rannte zu ihm und drängte ihn zu Herzseele.

Vanillepfote sah auf der Lichtung fast nur noch FeuerClan Krieger. Einer der wenigen WasserClan Krieger sprang sie seitlich an, doch geschickt wich sie aus und versetzte ihm einen kräftigen Biss in den Schwanz. Da hörte sie Federstern jaulen: „Der FeuerClan hat gesiegt!“ Sie wirbelte herum und sah Federstern triumphierend über einem großen weißen Kater stehen. Schneestern! schoss es ihr durch den Kopf. Federstern hatte ihn anscheinend bezwungen. War er tot? Doch da hob sich seine Flanke. Er lebte noch, aber war geschwächt.

Stolz rief diese ihre Krieger zu sich. Vanillepfote rannte schnell zu Herzseele. „Wie geht es Eisenpfote?“, fragte sie besorgt. „Er hat viele Wunden und sein Bein ist umgeknickt. Er wird sich erst erholen müssen, bevor er wieder trainieren kann.“ „Samtfell wird traurig sein“, fügte Vanillepfote hinzu. Da kam dieser schon angerannt und schubste Eisenpfote auf die Pfoten. Er wankte noch, aber Stehen war kein Problem.

Im Lager nahm Herzseele ihn mit in den Heilerbau und Federstern rief eine Versammlung zusammen.

Wir haben gesiegt“, fing sie an. „Unsere Schüler haben tapfer gekämpft und wir werden sie dafür ehren.“

Sofort war Vanillepfote ruhig und sah aufgeregt nach oben. Vielleicht würde sie jetzt Kriegerin werden! „Aber leider sind sie noch zu jung, um Krieger zu werden, sie haben noch viel zu lernen“, endete Federstern.

Enttäuscht senkte Vanillepfote den Kopf. „Mäusedreck!“, zischte neben ihr Schattenpfote.

Sei doch froh“, murmelte sie. „Federstern bildet dich aus!“ „Ja, aber..“ ,Schattenpfote sah bedrückt drein. „Was ist?“ Sofort wurde Vanillepfote hellhörig. „Sie hat so viel zu tun. Nie geht sie mit mir zur Trainingsschlucht!“, erwiderte Schattenpfote leise.

Ich rede mit den Ältesten. Die werden wissen, was zu tun ist!“, entschied Vanillepfote. Arme Schattenpfote! Sie hat die beste Mentorin und wird nicht trainiert! dachte sie.

Laut sagte sie: „Ich werde das nicht zulassen! Sonst sind wir schon Krieger und du noch eine Schülerin.“

Schnell lief sie zum Bau der Ältesten, einer dichten Brombeerhecke. Da saß Grasbart mit Nebelwolke im Bau. „Was ist denn?“, fragte Grasbart besorgt. „Ach, wisst ihr“, miaute sie. „Schattenpfotes Mentorin trainiert nie mit ihr, sie hat immer so viel zu tun und...“ Nebelwolke unterbrach sie. „Du kritisierst unsere Anführerin?“, fauchte sie ärgerlich. „Ich hätte das nie getan! Ihr seid so jung und dumm!“ Sie drehte sich um und verschwand im Bau. „Achte nicht auf sie“, miaute Grasbart gutmütig. „Sie ist leicht reizbar zur Zeit, außerdem zieht sie bald in die Kinderstube um.“ „Sehr schön“, miaute Vanillepfote. „Ich wollte Federstern jetzt nicht kritisieren, aber...“ „Ich weiß was du meinst“, unterbrach Grasbart. „Es muss schwer für Schattenpfote sein, nicht zu trainieren, ich rede mit Federstern. Zufrieden?“ „Ja, vielen Dank“, meinte Vanillepfote erleichtert. Sie lief zu Schattenpfote. „Alles geklärt!“, schnurrte sie ihr ins Ohr. „Perfekt!“, rief Schattenpfote erleichtert.

  1. Kapitel

Vanillepfote sah Federstern auf sich zukommen. „Ich geh mal“, flüsterte sie. Schattenpfote schnippte mit dem Schwanz. Vanillepfote ging langsam auf den Frischbeutehaufen zu und nahm sich eine fette Wühlmaus. Vor dem Bau der Schüler legte sie sich in die Sonne und sah zu Federstern und Schattenpfote. Sie konnte nicht hören was die beiden besprachen, doch Schattenpfote sah immer glücklicher aus. Federstern schien etwas zu fragen und Schattenpfote schnippte mit dem Schwanz in ihre Richtung. Erstaunt blickte Federstern auf. Dann nahm sie ein Eichhörnchen und ging wieder in ihren Bau. Schattenpfote kam wieder zurück, mit einem Spatz im Maul und einem Lächeln im Gesicht. „Sie hat gesagt, unser Zweiter Anführer soll mich ab sofort trainieren. Und ich darf mit zur großen Versammlung, als Trost! Du auch“, fügte sie hinzu. „Und Eisenpfote.“ Ihr Gesicht verdunkelte sich.

Wer noch?“, fragte Vanillepfote schnell, um Schattenpfote abzulenken.. „Tropfenkralle, Goldblatt, Nebelwolke und Herzseele. Zum Glück nicht Samtfell, der ist genauso wie sein Schüler...“ Ihre Stimme verklang. Hinter ihr baute sich Samtfell auf. „Ähm..“, stotterte Schattenpfote. „So klug, meinst du wohl?“, rettete Vanillepfote sie. „Genau, so klug, und stark ...“ Samtfell wandte sich ab und trottete zu den Ältesten hinüber.

Rettung in letzter Sekunde“, stöhnte Schattenpfote erleichtert. „Der hat mich im Visier, er beobachtet mich schon die ganze Zeit.“ „Seltsam“, murmelte Vanillepfote und durchsuchte den Frischbeutehaufen nach einer Maus. Doch dann nahm sie einen Schatten wahr. Nebelwolke fauchte sie von der Seite an: „Nicht schon wieder! Du isst das zweite Mal jetzt! Jag erst mal für Grasbart, er hat Hunger!“

Aber ich habe schon gejagt“, widersprach sie heftig. „Na und?“, fauchte Nebelwolke. „Du gehst jagen, sonst reiß ich dir den Schwanz ab!“ Da Vanillepfote nun doch ein wenig Angst vor Nebelwolke hatte, rannte sie über die Lichtung und aus dem Lager. Sie trottete über den weichen Waldboden und spürte unter sich die Blätter, das Gras und die Eicheln. Um das Lager herum standen große alte Eichen, auf denen sich Eichhörnchen tummelten, gut zum Jagen, darunter waren Mauslöcher und auch Kaninchenbauten.

Sie suchte sich eine Eiche aus, wetzte den Stamm hoch und schnappte nach einem Eichhörnchen. Doch sie fühlte schon, wie ihre Krallen den Stamm herabglitten und strampelte verzweifelt mit den Hinterbeinen. Da fand sie eine kleine Öffnung im Stamm und setzte erleichtert ihre Pfote hinein. Das Eichhörnchen war schon längst verschwunden, doch sie fand auf dem Weg zum Lager noch ein paar Mäuse und eine Amsel. Nebelwolke schien zufrieden, als Vanillepfote verächtlich an ihr vorbei stolzierte und den Vogel vor Grasbart hinlegte.

Danke“, meinte er, „aber ich habe schon gegessen.“ „Wirklich?“, miaute Vanillepfote erstaunt. „Aber Nebelwolke hat gesagt, du hast Hunger... Also ich geh mal...“ Verwundert schüttelte sie den Kopf und trottete Richtung Schülerbau.

Auf dem Weg dorthin stolperte sie. Ein roter Schatten war zwischen ihre Beine gerast und sah jetzt mit ängstlichen Augen zu ihr auf. „Hast du dir wehgetan?“, fragte dieser. Fast hätte Vanillepfote laut gelacht. Es war nur Wirbeljunges, eine freche kleine Kätzin. Eines der vier Jungen von Beerenpelz. „Nein, nein, alles in Ordnung“, versicherte Vanillepfote ihr. „Gut. Ich werde bald Schülerin, nur noch einen Mond dauert es!“ Aufgeregt hüpfte sie auf und ab. „Das ist schön! Und deine Schwestern?“, fragte Vanillepfote neugierig. „Noch nicht. Ich bin aus einem älteren Wurf, meine anderen Geschwister sind in der Blattleere letztes Jahr gestorben, hat Beerenpelz gesagt“, miaute sie traurig.

Vanillepfote zuckte die Geschichte von Beerenpelz' Jungen durch den Kopf. Die anderen waren nicht gestorben, sondern sie lebten jetzt im LuftClan. Beerenpelz war die Mutter, und Amselfleck aus dem LuftClan war der Vater dieser Jungen. Niemand wollte es ihnen sagen, nicht einmal ihre Mutter. Und so soll es auch bleiben! entschied Vanillepfote. Es war zwar traurig, aber sie würde nie erfahren, dass ihre Geschwister noch lebten. Die Schwester hieß Staubjunges und der Bruder Flügeljunges. Wahrscheinlich waren es nun auch schon Staubpfote und Flügelpfote. Beide waren sehr hübsch, genau wie die Mutter. Vanillepfote hatte alle drei zusammen gesehen, sie verstanden sich gut, nur wussten sie nichts voneinander. Die anderen wussten nicht, wer ihre Mutter war.

  1. Kapitel

Es war sehr traurig, aber niemand sagte es ihnen, und da wollte Vanillepfote auch nicht die Erste sein, die ihnen verriet, dass alle sie belogen hatten.

Federstern jaulte vom Hochstein diejenigen zusammen, die an der Großen Versammlung in der nächsten Nacht teilnehmen würden, auf. Nicht besonders überrascht schaute Vanillepfote auf, als ihr Name genannt wurde. Auch Schattenpfote und Eisenpfote durften wie erwartet mit, sie alle drei gesellten sich zu dem kleinen Trupp, der zur Versammlung mitgehen würde. Hellstreif war auch da, es war ihre erste Versammlung als Krieger.

Federstern trabte los. Vanillepfote hielt sich immer dicht hinter ihr, zwischen den anderen beiden Schülern.

Auf dem kleinen Hügel angekommen, wo darunter der Große Stein war, von dem die Anführer sprachen, stoppten sie. Neugierig schaute Vanillepfote nach unten. Es waren schon viele Katzen da, aber der WasserClan fehlte noch. Federstern winkte mit dem Schwanz und sie liefen den Abhang hinunter.

Sofort rannte Vanillepfote zu einigen anderen Schülern hinüber, die gerade über ihre Mentoren redeten, auch Schattenpfote war darunter. „Welchen Mentor hast du?“, fragte sie einen hübschen, braun getigerten Kater. „Ich bin Efeupfote. Aus dem ErdClan“, erklärte er. „Mein Mentor ist Laubfell, unsere Zweite Anführerin.“

Ich bin Vanillepfote vom FeuerClan. Meine Mentorin ist Flechtenherz“, erwiderte Vanillepfote.

Und mich bildet auch unser Zweiter Anführer aus“, platzte Schattenpfote heraus.

Warnend sah Vanillepfote sie an. Sag bloß nichts von deinem Mentorenwechsel! flehte sie innerlich, doch Schattenpfote blieb ruhig und sagte nichts mehr. „Mich bildet unser Anführer aus!“, prahlte ein schwarzweiß gefleckter Kater.

Na und?“, meinte Efeupfote. Er schnurrte belustigt. „Ich hab gehört, Federstern vom FeuerClan hat deinen Anführer locker geschlagen!“ Sofort war Efeupfote Vanillepfote sympathisch. Erst jetzt bemerkte sie, dass auch der WasserClan endlich angekommen war. Der schwarzweiße Kater kam ihr bekannt vor. Das ist doch Flusspfote vom WasserClan! fiel ihr ein. Gegen ihn hatte sie in der Schlacht gekämpft und auch gewonnen. Da hörte sie ein Jaulen. Steinstern war auf den Großen Stein gesprungen und eröffnete die Versammlung. Er begann mit einem neuen Krieger, Wasserstreif, und einem neuen Schüler, Singpfote. Suchend schaute Vanillepfote sich um, bis sie eine kleine goldene Tigerkätzin entdeckte. Das musste Singpfote sein, und der blaugraue Kater daneben Wasserstreif.

Waldstern fuhr fort, in seinem Clan gab es neue Jungen von der netten Kätzin Igelschweif, eine neue Zweite Anführerin namens Flockenfrost und es war ein Dachs von seinem in das WasserClan Territorium über gewechselt.

Federstern war als Dritte an der Reihe. Sie erwähnte mit keinem Wort den Mentorenwechsel von Schattenpfote, aber die neue Kriegerin Hellstreif, und dass Springpfote die nächste Heilerin des FeuerClans sein würde.

Dann erhob sich Schneestern. „Der FeuerClan hat uns angegriffen. Ich weiß, dass Krieger des WasserClans ihre Beute gestohlen hatten, und es war falsch von Flusspfote und Weißbart, es zu tun. Sie wurden bestraft.“

Vanillepfote betrachtete den schwarzweißen Flusspfote, der nicht so aussah als wäre er bestraft worden. Schneestern fuhr fort mit Erzählungen von Zweibeinern, die im Fluss in seinem Territorium gebadet hatten, aber es war nichts dabei, wo man sich Sorgen machen müsste. Sie beugte sich zu Efeupfote. „ Der schwarzweiße Kater da?“ Fragend schaute Efeupfote sie an.

Das ist Flusspfote, ich weiß“, erwiderte er. „Was ist mit ihm?“ „Er kämpft nicht gut, und ich glaube auch nicht, dass er bestraft wurde. Sollte er sonst auf eine Versammlung mitgehen?“

Du hast Recht...“, meinte Efeupfote nachdenklich, doch er wurde von Steinstern unterbrochen. Der ErdClan würde nun in sein Territorium zurückkehren. Auch der LuftClan war schon gegangen, und Federstern machte sich gerade zum Aufbruch bereit. Mit einem Schwanzwedeln verabschiedete sie sich von Efeupfote und lief hinter Federstern zurück ins Lager.

  1. Kapitel

Im Lager angekommen, ging sie sofort hinter Ahornpfote in den Bau der Schüler.

In der Nacht schlief sie schlecht und träumte von seltsamen Katzen, die nur aus Sternen zu sein schienen. Auf einer Seite eines reißenden Flusses umgeben von Efeu stand sie, auf der anderen die Sternenkatzen. Sie sprachen nicht zu ihr, sondern winkten nur mit ihren Schwänzen zu ihr herüber, und deuteten mit ihren Pfoten auf den Fluss. Da hörte sie ein Flüstern, das aber nicht von den Sternenkatzen kam, sondern einfach so in der Luft schwebte. Erst verstand sie es nicht, doch dann erkannte sie Worte. Die Sternenkatzen flüsterten: „Weder Geschmack, noch Geräusch, noch Gefühl, aber ein Geruch ist für den Clan wichtig.“Dann verschwanden sie wieder.

Unsanft wachte Vanillepfote auf, es war heller Tag und Flechtenherz stand am Eingang des Schülerbaus und wartete auf sie zu einer Trainingsstunde.Während sie zur Trainingsschlucht gingen, dachte Vanillepfote über ihren seltsamen Traum nach, doch sie verstand nicht, was er bedeuten sollte. Erst als Flechtenherz ihr einen schmerzhaften Stoß verpasste, der sie stolpern ließ, dachte sie nicht mehr darüber nach.„Habe ich jetzt deine Aufmerksamkeit?“, knurrte ihre Mentorin. „Eh, natürlich, Flechtenherz“, stotterte sie schnell und konzentrierte sich nur auf die Taktik, einem Gegner auszuweichen, die Flechtenherz ihr beibrachte. Sie sprang und drehte sich, wich ihr aus und kämpfte, bis sie völlig erschöpft zusammenbrach. Ihre Mentorin erlaubte ihr etwas zu trinken, und sie gingen zu den Sonnenfelsen hinunter, da fiel ihr der Traum wieder ein. Doch als sie Flechtenherz davon erzählen wollte, meinte diese bloß, sie soll es lieber Herzseele erzählen. Deswegen lief sie, sobald es möglich war, zu ihr hin, in die Höhle des Heilers, eine Steinhöhle.Herzseele war gerade mit Kräutersortieren beschäftigt, aber sie nahm sich Zeit für Vanillepfote. Als sie ihr den Traum von den Sternenkatzen erzählte, horchte sie auf und ließ vor Schreck ihre Kräuter fallen. „Was ist?“, fragte Vanillepfote besorgt. „Es ist nur...Ich hatte den selben Traum. Am selben Tag wie du. Das ist seltsam, normalerweise haben nur Heiler und Anführer Träume des SternenClans. Haben sie zu dir auch wegen des Geruchs gesprochen?“ „Ja, sie sagten: „Weder Geschmack, noch Geräusch, noch Gefühl, aber ein Geruch ist für den Clan wichtig.“ Ich verstehe nicht was das bedeuten soll. Weißt du es?“ „Nein, aber sobald ich es weiß, teile ich es dir mit“, erwiderte Herzseele. Ermutigt verließ Vanillepfote den Heilerbau und trottete über die Lichtung. Da stoppte sie noch einmal, und beschloss Haselschweif zu fragen, ob sie zum Jagen mitdürfte. Sie durfte, und so machte sie sich mit Hellstreif und Samtfell auf den Weg. Sie jagte, sehr zu Federsterns Freude, einen großen Hasen. Im Lager zurück brachte sie den großen Hasen gleich zu den Königinnen. Beerenpelz und ihre Jungen schliefen gerade, Glückspelz war mit Plätscherjunges und Eulenjunges in der Heilerhöhle, da die beiden sehr früh geboren waren. Aber Silberblüte und ihre drei Jungen waren wach und Silberblüte nickte ihr dankbar zu und begann zu essen. Ihre Jungen miauten jämmerlich und das frechste, Muscheljunges, drängte nach vorne und begann, am Ohr des Hasen zu ziehen. „He!“ beruhigte sie Silberblüte. „Alles klar, sie hat Hunger!“, schnurrte Vanillepfote belustigt und verließ die Kinderstube, ein dichtes Brombeergestrüpp. Da ertönte ein Jaulen vom Lagereingang. Die Morgenpatrouille, bestehend aus Tropfenkralle, Goldblatt und Eisenpfote, stürmte ins Lager. „Schnell!“, rief Tropfenkralle. „Der WasserClan greift an! Wir haben sie gesehen! Sie kommen, sämtliche Krieger und Schüler!“

Schnell formierte sich der Clan, so wie sie es gelernt hatten, zu einer Menge vor der Kinderstube, und selbst die Ältesten krochen zu den Königinnen, um diese zu beschützen.




  1. Kapitel

Als Erstes stolzierte Schneestern ins Lager, hinter sich sämtliche Krieger und ihre Schüler.„Federstern!“, fauchte er verächtlich, als er die Anführerin des FeuerClans erblickte. „Schneestern!“, erwiderte sie seinen Gruß nicht minder freundlich. „Was willst du hier?“, fauchte Haselschweif.Ich verlange, dass wir auf dem Territorium des FeuerClans jagen dürfen“, gab er zur Antwort. Ein Raunen lief durch die Reihen der FeuerClan Krieger. Das hat es noch nie gegeben! wunderte sich Vanillepfote. Noch nie hatte ein Clan um so etwas gebeten! Genau das sagte sie nun auch leise zu Federstern. Diese nickte ihr kurz zu und wiederholte ihre Worte zu Schneestern. Dieser stockte kurz, doch dann fasste er sich wieder. „Es gibt für alles ein erstes Mal!“, triumphierte er. „Wenn ihr uns nicht freiwillig die Jagdrechte übertragt, dann erkämpfen wir sie uns eben!“ Sein Clan jaulte wie zur Zustimmung. Doch Federstern erwiderte: „Haben wir gesagt, dass ihr sie nicht bekommt? Bevor wir sie übergeben, sagt mir den Grund für euer Kommen.“ Entsetzt sah Vanillepfote zu Federstern. Sie würde doch wohl nicht die Jagdrechte übergeben? An den 'WasserClan'? Aber Federstern schaute nur Schneestern abwartend an. Sie würde nicht eher aufgeben bis sie den Grund kannte, das sah Vanillepfote. Schneestern schien nicht gewillt, eine Schwäche bloß zugeben. Er zuckte mit dem Schwanz und sofort sprang eine schwarze Kätzin vor. „Höhlentatze“, befahl er. „Sag Federstern warum wir ihr Territorium benötigen.“ Höhlentatze lief zu Federstern und sagte leise etwas, doch Federstern drehte den Kopf weg. „Niemals!“, fauchte sie. „Ist der Anführer des WasserClans zu feige, seine Schwäche selbst an mich, und auch noch an meinen Clan zu verkünden?“Na gut“ seufzte Schneestern. „Auf unserem Territorium waren Zweibeiner. Sie haben Bäume abgeholzt und nun hat sich die Beute in euer Territorium geflüchtet. Bitte!“, fügte er noch hinzu. Federstern schaute ihm in die Augen. Dann rief sie Haselschweif und sprach leise mit ihm. Dann schaute sie wieder zu Schneestern. Mit klarer Stimme sagte sie: „Du hast die Erlaubnis, jeden Tag zwei Mal auf unserem Territorium zu jagen. Aber...“ „Aber?“, fragte Schneestern mit ängstlicher Stimme - oder bildete Vanillepfote sich das nur ein? „Aber, deiner Patrouille müssen mindestens zwei Krieger des FeuerClans angehören. Verstanden?“Ja!“, rief Schneestern. Er sah sehr glücklich aus. „Und wenn wir euch dabei erwischen, wie ihr mehr als zwei Mal jagen geht oder sonst etwas macht, was auf unserem Territorium nicht erlaubt ist, dann werden wir euch angreifen. Und die Erlaubnis des Jagens wird ebenfalls aufgehoben. Verstanden, Schneestern?“, miaute Federstern. Er gab seinen Kriegern ein Zeichen, und alle stürmten auf einmal aus dem Lager. Federstern wandte sich an ihren Clan. „Ihr alle habt es gehört! Wenn Schneestern sein Versprechen bricht, werden wir angreifen!“ Raunen unter den Katzen. „Was hat Höhlentatze gesagt?“, rief Dunkelteich. „Sie sagte dasselbe wie Schneestern“, erwiderte Federstern. „Also das mit den Zweibeinern?“, fragte Vanillepfote neugierig. „Ja. Genug davon!“, erwiderte Federstern ungeduldig. „Ich werde eine Patrouille zu Steinstern und Waldstern schicken, um ihnen Bescheid zu geben. Vanillepfote, Schattenpfote und ich werden gehen.“ Sie sprang vom Hochfels und winkte die beiden zu sich. „Bereit?“ Eifrig nickte Vanillepfote. Sie wollte so bald wie möglich Kriegerin werden, um eines der Jungen als Schüler zu bekommen. Sofort lief Federstern los und rannte im Slalom um die Tannen herum. An der ErdClan Grenze stoppte sie. „ Ich werde reden, ihr bleibt wo ihr seid, verstanden?“ Sie nickten brav. Zufrieden jaulte Federstern ein lautes „Steinstern!“ in den Wald. Vanillepfote erschrak, als plötzlich ein kleiner grauer Kater vor ihnen stand. „Federstern, was ist los?“, miaute er misstrauisch. Sie erzählte ihm alles. Steinstern verstand sofort. „Wenn Schneestern sein Versprechen bricht, helfe ich euch, ihm eine Lektion zu erteilen.“ „Nein, danke“, miaute Federstern. „Das ist eine Angelegenheit des FeuerClans. Aber danke für das Angebot.“ Froh sprangen die drei noch über die Zweibeinerbrücke zum LuftClan. Auch Waldstern bot sofort seine Hilfe an, die Federstern aber ebenfalls ablehnte und sie machten sich auf den Heimweg.

8. Kapitel

Gleich nachdem die drei wieder im Lager waren, musste Vanillepfote wieder los, um Schneestern heimlich zu beobachten. Als die Patrouille, bestehend aus Schneestern, Flusspfote und einem ihr nicht bekanntem grauen Kater, den die anderen Felsenfell nannten, aus dem Fluss mehrere Fische fing und dann noch daraus trank, wurde sie wütend. Was fiel Schneestern ein! Er hatte die Jagdrechte bekommen und nutzte sie aus! Sie rannte, immer noch wütend, ins Lager und erzählte Federstern davon. Diese bekam sehr kleine Augen, sie schienen schwarz zu glänzen, und knurrte: „Schneestern wird bezahlen! Ich greife an!“ Vanillepfote freute sich, als sie hörte, dass sie zum angreifen mitdurfte. Federstern sagte noch, dass sie auf jeden Fall ein Auge auf die Schüler- Ahornpfote und Vanillepfote - haben würde, die mitdürfen, und dann führte sie den kleinen Trupp mit den beiden Schülern, Flechtenherz und Samtfell an. Gleich an der Grenze trafen sie auf eine Grenzpatrouille vom WasserClan. Höhlentatze, die Zweite Anführerin Rennschweif und die hellbraune Schülerin Fleckenpfote bauten sich vor ihnen auf. Rennschweif sagte freundlich: „Federstern! Was führt dich hierher?“ Anscheinend war sie völlig unwissend darüber, was Schneesterns Patrouille getan hatte. Federstern fauchte: „Schneestern hat auf dem FeuerClan Territorium gejagt!“ „Eh, ja?“, erwiderte Rennschweif. „Und er hat aus dem FeuerClan Fluss getrunken! Es war ihm nicht erlaubt!“, knurrte Federstern. „Aber... wer war dabei?“, fragte Rennschweif vorsichtig. „Vanillepfote, sag es ihr!“, befahl Federstern. Vanillepfote machte einen Schritt vor. Sie musste zu der viel größeren Rennschweif aufblicken und sagte mutig: „Flusspfote. Ich weiß dass er es war, weil ich ihn auf der Großen Versammlung gesehen habe und auch mit ihm gesprochen habe. Und ein großer grauer Kater...“ „Felsenfell?“, unterbrach Rennschweif. „Genau, so nannte Schneestern ihn. Und eben Schneestern war auch dabei.“ Rennschweif seufzte. „Was ist los?“, fragte Vanillepfote vorsichtig. „Schneestern...“, sie stoppte. „Er ist tot! Um Sonnenhoch ist er gegangen, ohne ein Wort zu sagen, dann haben ich und Höhlentatze seine Leiche bei den Dachsbauten gefunden. Unser Heiler hat festgestellt, dass ein Dachs ihn getötet hat. Ihm wurden die vier Leben entrissen, die er noch hatte!“ „Mein Beileid“, murmelte Federstern. „Er war ein großartiger Anführer, trotz seiner Fehler. Bist du auf dem Weg zur Mondhöhle?“ „Ja“, erwiderte Rennschweif. „Ich werde heute meine neun Leben in Empfang nehmen.“ „Ich glaube, du wirst eine gute Anführerin“, platzte es aus Vanillepfote heraus. Erschrocken schaute sie Federstern an. Doch diese nickte ihr nur kurz zu und wandte sich ab. „Gute Reise!“, rief sie noch Rennschweif nach, doch diese blickte nicht mehr zurück. „Unter diesen Umständen werden wir nicht angreifen“, meinte Federstern. „Natürlich wird der WasserClan sich erst erholen müssen. Wisst ihr, bei mir war es so ähnlich“, erklärte sie den neugierigen Schülern. „Auch mein alter Anführer wurde getötet, aber nicht vom Dachs, sondern von einem Monster am Donnerweg. Die Wunde war so tief, dass sogar der SternenClan nichts mehr ausrichten konnte.“ „Oje!“, miaute Vanillepfote. „Wie hieß er denn?“ „Es war eine Anführerin, die beste die der FeuerClan je hatte“, seufzte Federstern. „ Sie hieß Rauchstern. Es war eine schöne dunkelgraue Kätzin, sehr klein, aber unheimlich klug. Sie hat den Clan durch schwere Zeiten geführt.“ „Das ist traurig“, miaute Vanillepfote. „Aber du bist auch eine sehr gute Anführerin!“, rief Ahornpfote. „Das hoffe ich. Ich will gut sein, nicht für mich, sondern für den FeuerClan!“, seufzte sie. „Das bist du. Ehrlich. Ich schwöre auf alles was du willst: den SternenClan, den FeuerClan, mein Leben...“, miaute Vanillepfote. „Schon verstanden“, unterbrach sie Federstern belustigt. „Du schwörst also, dass ich eine gute Anführerin bin, nicht wahr?“ „Naja...schon, wieso?“, erwiderte Vanillepfote verunsichert. „Nichts, ich dachte du machst Spaß...“ „Nein! Du bist die beste Anführerin, die ich je hatte!“ „Danke“, murmelte Federstern verlegen.

  1. Kapitel

Federstern sprang auf den Hochstein. Vanillepfote lauschte dem vertrauten: „Alle Katzen, die alt genug sind, ihre Beute selbst zu fangen, finden sich unter dem Hochstein zu einer Versammlung ein!“ Sofort sausten alle Katzen auf die Lichtung. Die Nachricht von Schneesterns Tod hatte im Lager schnell die Runde gemacht, nachdem Vanillepfote und Ahornpfote zurück waren.Sobald Federsterns Pfoten den Hochstein berührten, platzten die ersten Fragen los: „Stimmt es, dass der Anführer des WasserClans tot ist?“ „Was ist passiert?“ „Wer hat ihn getötet?“ „Habt ihr es gesehen?“ Doch eine Katze jaulte lauter als alle anderen. Es war Nebelwolke. „Wer ist der neue Anführer des WasserClans?“, rief sie zum Hochstein hinauf. Federstern bemühte sich alle Fragen zu beantworten. „Schneestern ist tot. Er wurde von einem Dachs getötet und Rennschweif und Höhlentatze haben seine Leiche gefunden.“ „Wo?“, rief Schattenpfote. „Bei den Dachsbauten, um Sonnenhoch“, erwiderte Federstern. „Wir haben es von Rennschweif erfahren. Sie ist die neue Anführerin des WasserClans und wird den Clan viele Blattwechsel führen.“ Sie sprang vom Hochstein und lief in Richtung Vanillepfote. Diese befürchtete schon das Schlimmste, aber Federstern schickte sie bloß alleine jagen, wie auch Schattenpfote und Ahornpfote. Seite an Seite trotteten die drei aus dem Lager. Bei der Ginsterhecke trennten sie sich und liefen in verschiedene Richtungen davon. Vanillepfote lief Richtung Fluss, Ahornpfote lieber zu den Tannen und Schattenpfote nahm den Weg zu den Zweibeinernestern. Enttäuscht stellte Vanillepfote fest, dass auf dem Weg zu Fluss nichts zu finden war. Doch in einer Böschung entdeckte sie eine Wühlmaus und fischte noch einen großen Fisch aus dem Wasser, dann nahm sie die Beute mit dem Maul auf und ging zurück zum Lager. Sie jagte noch eine kleinere Amsel, die sich intensiv mit einem Wurm beschäftigte, und kehrte dann zurück. Sie begegnete Schattenpfote, die viele Spatzen gefangen hatte, und Ahornpfote stieß mit einem Eichhörnchen und einem großen Hasen später dazu. Fröhlich plaudernd legten sie die Beute auf den Frischbeutehaufen. Jede schnappte sich einen Spatz und legte sich unter einen Farnwedel. Sie redeten über Eisenpfote. Gerade war Vanillepfote wieder eingefallen, wie er immer zum Sternenvlies schaute. Ahornpfote senkte die Stimme. „Ich weiß es“, flüsterte sie leise. „Seine Mutter ist gestorben!“, „Wie hieß sie denn?“, fragte Vanillepfote erschrocken. „Ich glaube, Graublüte...“ „Ja“ ,flüsterte nun auch Schattenpfote. „Meine Mutter hat mir davon erzählt!“ „Wann ist sie gestorben?“, wollte Vanillepfote wissen. „Vor sieben Monden. Sie wurde vom Monster überfahren“, antwortete Ahornpfote. Frostherz lief vorbei. „Federstern will dich sehen“, miaute sie. „Wen?“, fragten alle drei gleichzeitig.Vanillepfote“, erwiderte Frostherz. „Ihr zwei sollt auf Patrouille mit mir.“ Sie verließen das Lager und Vanillepfote machte sich auf den Weg zum Anführerbau. „Vanillepfote“, begann Federstern, als Vanillepfote es sich bequem gemacht hatte. „Es wird Zeit, dass wir über deine Kriegerzeremonie sprechen.“ Vanillepfote glühte fast vor Stolz. „Wirklich?“, fragte sie nochmal nach. Sie konnte es nicht fassen. „Ja. Auch die von Schattenpfote naht, du kannst es ihr ausrichten. Später!“, fügte sie hinzu, als Vanillepfote Anstalten machte, zu Schattenpfote zu rennen. „Sie ist doch noch auf Patrouille. Du kannst es ihr sagen, wenn wir hier fertig sind und sie wieder da ist. Du hast nämlich gut gekämpft in der Schlacht gegen den WasserClan. Jagen kannst du auch, und die Jungen von Beerenpelz brauchen einen Mentor, wenn sie Schüler werden. Ich hab mich entschlossen, sie alle gleichzeitig zu ernennen, obwohl Wirbeljunges die Älteste ist, du weißt schon...“ „Ja, ich freue mich!“, rief sie. „Aber Ahornpfote nicht?“ „Nein, sie ist zu jung. Du bist einen Mond älter als sie, vergessen?“ Nein. Genau wie Eisenpfote auch jünger ist!“, sie nickte Federstern zu und verließ den Anführerbau.

10. Kapitel

Ungeduldig wartete sie auf die Rückkehr der Patrouille. Endlich erblickte sie das weiße Fell von Frostherz im Lagereingang. Gleich hinter ihr erschienen Schattenpfote und Ahornpfote fröhlich plaudernd. „Schattenpfote, Schattenpfote!“, rief sie außer Atem. „Federstern hat gesagt dass wir zwei bald Krieger werden! Ist das nicht toll?“ „Und ich?“, fragte Ahornpfote aufgeregt. „Du nicht, Eisenpfote auch nicht. Ihr seid zu jung, hat Federstern gesagt.“ „Sie hat recht. Und ich freue mich für euch!“, miaute sie glücklich. „Eisenpfote wird toben!“, sorgte sich Schattenpfote. „Er ist mit uns Schüler geworden.“ „Aber nur, weil wir sonst nur zwei Schüler gewesen wären!“, erwiderte Vanillepfote. „Laufpfote ist auch noch zu jung. Und wir bekommen dann vielleicht eins von Beerenpelz' Jungen zum Schüler!“, erzählte sie weiter. Ahornpfote riss die Augen auf. „Beim SternenClan!“, jammerte sie. „Warum nur bin ich jünger als ihr? Ich bin total neidisch auf euch!“ Belustigt schnurrte Vanillepfote. „Springpfote wird uns zerfetzen! Wisst ihr noch, bei Hellstreifs Ernennung?“ „Oh ja!“, lachte Ahornpfote. „Sie war grün wie ein Moosball vor Neid!“ Laufpfote schlenderte neugierig heran. „Worüber redet ihr?“, fragte sie beiläufig. „Über unsere Kriegerzeremonie!“, erwiderte Schattenpfote und Vanillepfote im Chor. „Oja! Und wir müssen noch Schüler bleiben!“, beschwerte sich Ahornpfote im Spaß. Laufpfote blieb stehen. „Sehr lustig, ihr drei. Kommt schon. Über was habt ihr geredet? Über mich?“ „Nein, nein!“, versicherte Vanillepfote erschrocken. „Wir, also ich und Schattenpfote, werden Krieger!“ „Hat Federstern gesagt!“, fügte Schattenpfote hinzu. „Wirklich!“, beteuerte auch Ahornpfote. „Toll!“, freute sich Laufpfote für sie. „Und Eisenpfote? Er wird wütend sein!“ Alle nickten wissend. Doch bald kam Haselschweif vorbei und holte Schattenpfote zu einer „letzten Portion Training“ ab, wie er sagte. Tropfenkralle wollte mit Ahornpfote und Laufpfote patrouillieren, und so saß Vanillepfote alleine unter dem Farnwedel. Auf einmal stand Eisenpfote vor ihr. „Du wirst also Krieger?“, fragte er. „Äh, ja...“, stotterte sie überrascht. „Herzlichen Glückwunsch!“, schnurrte er. Vanillepfote senkte die Stimme. „Ich wollte mit die reden...Über... Graublüte.“ Jetzt war es raus. Doch Eisenpfote griff sie nicht an, fauchte nicht- sondern bekam einen traurigen Blick. „Sie ist tot“, flüsterte er mit einer Stimme, bei der Vanillepfote sich das Fell sträubte. „Es tut mir leid“, versuchte sie Eisenpfote zu trösten. Da fuhr er herum, ärgerlich blickte er sie an. „Das ändert nichts mehr an ihrem Tod!“, fauchte er wütend. „Ich weiß. Es war SternenClans Wille, dass sie starb.“ „SternenClans Wille?“ „Ja. SternenClans Wille“, wiederholte Vanillepfote geduldig. Er nickte, sah ihr in die Augen und senkte den Blick. „Du hast wahrscheinlich recht“, murmelte er. „Du weißt doch : SternenClan, dann dein Clan, dann das eigene Leben.“ zitierte sie eine Regel aus dem Gesetz der Krieger. „Ja. Du hast recht“, wiederholte er und sah ihr nochmal in die Augen. „Danke! “, miaute er mit leiser Stimme und ging. Was war denn das? wunderte sich Vanillepfote. Dann rief Federstern eine Versammlung ein. „Wir haben uns versammelt, um zwei Schülern ihre verdienten Namen zu geben. Vanillepfote und Schattenpfote, tretet vor.“ Sie traten mit wackeligen Beinen nach vorne. „Schattenpfote. Wenn du versprichst, das Gesetz der Krieger und deinen Clan zu schützen, selbst wenn es dein Leben kostet,“ Schattenpfote nickte, „dann nennen wir dich ab sofort Schattenherz. Und wenn Vanillepfote dasselbe verspricht,“ sie nickte mit zitterndem Schwanz, „dann nennen wir sie ab sofort Vanilleduft. Wir ehren die beiden für ihre gegenseitige Freundschaft und ihre Loyalität und ihren Mut und heißen sie als vollwertige Kriegerinnen im FeuerClan willkommen!“, endete Federstern. „Vanilleduft! Schattenherz!“, jaulten alle. Stolz sah Vanilleduft um sich. Jetzt erfuhr sie endlich, was es hieß, eine richtige Kriegerin des FeuerClans zu sein, und ihn zu schützen. Vanilleduft! Sie kostete den Klang ihres Namens richtig aus, schloss die Augen und fühlte sich unendlich glücklich. Die Glückwünsche und Jubelschreie hörte sie nicht mehr, sie badete in dem Glücksgefühl, eine stolze FeuerClan Kriegerin zu sein.


  1. Kapitel

Zwei Sonnenaufgänge war ihre Ernennungszeremonie schon her. Mit Freuden erinnerte sie sich an das stolze Gefühl, das sie damals gehabt hatte. Schattenherz hielt sich ständig in ihrer Nähe, ging jedesmal mit, wenn sie auf Patrouille musste und jagte immer dasselbe wie sie. Doch irgendwann hatte Vanilleduft das satt. „Warum“, fragte sie sichtlich bemüht ruhig zu bleiben, „schleichst du ständig hinter mir her?“ „Weil...“, Schattenherz schien sehr verlegen. „Eisenpfote ist immer, oder fast immer, da wo du bist, verstehst du?“ „Nein“, erwiderte sie. Sie konnte es wirklich nicht verstehen. „Ich mag Eisenpfote sehr. Ich bin in ihn verliebt!“, brach es aus Schattenherz heraus. „Wirklich?“ Vanilleduft konnte es nicht fassen. „Du - und Eisenpfote? Weiß er es?“Nein“, murmelte Schattenherz. „Ich trau mich nicht!“, jammerte sie. „Weißt du, wie ich es ihm sagen soll?“Ich weiß“, erwiderte Vanilleduft, „wann du es ihm sagen kannst. Ich frage Federstern, ob wir drei jagen gehen dürfen, und dann jage nur ich und du sagst es ihm!“ Sie strahlte ihre Freundin an.Ich trau mich nicht“, jammerte diese weiter. „Das bildest du dir nur ein“, meinte Vanilleduft gelassen. Du kannst alles, wenn du es willst!“, munterte sie Schattenherz auf. „Sag es ihm. Wenn er lacht, ist er nicht für dich gemacht!“Du hast Recht!“, miaute Schattenherz. „Ich sag es ihm dann später!“ Sofort lief Vanilleduft zu Haselschweif. „Könntest du mich und Schattenherz zu Eisenpfote in die Patrouille stecken?“, bat sie. „Natürlich! Viel Spaß!“, wünschte er ihnen noch, und Schattenherz holte Eisenpfote zum Losgehen. Nach einiger Zeit stoppte Vanilleduft. „Ich hab da eine Maus gehört. Geht ihr schon mal vor, ich werde sie jagen!“, meinte sie und warf Schattenherz noch einen aufmunternten Blick zu. Sie verschwand im Gebüsch und folgte den beiden in einigem Abstand. Keiner sagte etwas. Da stotterte Schattenherz plötzlich verlegen: „Du, Eisenpfote... Ich muss dir was...“ „Ich liebe dich!“, miaute Eisenpfote da. „ Was?“, rief Schattenherz. „Äh...Ich liebe dich...“, wiederholte Eisenpfote verunsichert. „Ich dich auch!“, schnurrte Schattenherz glücklich. Undeutlich sah Vanilleduft die beiden, wie sie die Schwänze ineinander verhakten, sich aneinander rieben und Schattenherz schnurrte laut.

Plötzlich sah sie, wie eine Vision, nicht Schattenherz und Eisenpfote, sondern sich selbst, und einen Kater, einen braun getigerten.... Efeupfote! schoss es ihr durch den Kopf. Wie sie ihn sich vorstellte, seinen langen, wehenden Schwanz, seine kräftigen Beine und seine kleinen grünen Augen, die sie auf der Versammlung so prüfend angeschaut hatten... Sie fühlte sich, als hätte sie ein Eichhörnchen samt dem Fell gegessen und es wäre ihr im Hals stecken geblieben. Auch in ihrem Bauch kribbelte es furchtbar, wie damals, als sie als Junges einen lebendigen Schmetterling gegessen hatte... Ich bin verliebt.' Ich bin verliebt.' Verliebt. Verliebt. Verliebt.' In Efeupfote aus dem ErdClan.' Verliebt...Moment! Aus dem ErdClan? Das war ein anderer Clan, das war eine Sünde, wenn sie sich treffen würden, das wäre ja Verrat! Aber wenn sie wieder Efeupfotes grüne Augen vor sich sah, wollte sie alles vergessen. Jetzt sehnte sie nur noch die große Versammlung herbei, da würde sie ihn wiedersehen... Eisenpfote und Schattenherz standen, die Schwänze ineinander verhakt, vor ihr und holten sie unsanft in die Gegenwart zurück. Auch auf dem Rückweg konnte sie nicht aufhören, an Efeupfote zu denken und bemerkte nichts mehr, auch nicht, wie sie ins Lager kamen und sie sich – nun in den Kriegerbau- zum Schlafen hinlegte.

  1. Kapitel

Sie wurde sanft von Springpfote geweckt. Sie stupste sie an mit den Worten: „Ich gehe Kräutersammeln. Also, wenn du mitwillst, dann würde ich dich gerne mitnehmen, weil Federstern hat gesagt, nur mit einem Krieger darf ich gehen und du bist Krieger und...“ Sie verstummte. Erstaunt sah Vanilleduft sie an. Kein Anflug von Eifersucht? Keine neidischen Blicke? Sie schüttelte sich und stand auf. „Ich komme sofort“, erwiderte sie. Fröhlich sprang Springpfote auf und ab. „Ich habe dich gefragt, weil ich mit dir reden will! Schattenherz ist in Eisenpfote verliebt, nicht wahr?“ „Ja, schon...“„Und er in sie?“ „Ja, woher...?“ „Und du in Efeupfote?“, schloss Springpfote. Ohne nachzudenken antwortete Vanilleduft: „Ja, richtig. Woher weißt du das?“ Dann erst wurde ihr bewusst, was sie da gesagt hatte und stammelte schnell: „Nein, ich meine nein, ich bin nicht verliebt! Ich kenn den ja gar nicht! Wer ist der denn? Ich weiß nicht mal wie er heißt! Ich weiß auch gar nicht aus welchem Clan Efeupfote ist! Ups...“ Ihr wurde klar, dass sie sich selbst widersprochen hatte. „Ich hab da so meine Quellen“, wich Springpfote ihrer Frage aus. „Ich frage Federstern ob du auf die Große Versammlung diesen Mond darfst, in Ordnung? Aber dann sagst du ihm, dass du ihn liebst, verstanden?“ Sie nickte. „In Ordnung“, Fröhlich hüpfte Springpfote davon und pflückte ein paar gelbe Blumen, etwas Waldmeister und Kerbel ab und wies sie an, ihr das zu tragen. Resigniert trottete Vanilleduft hinter ihr her. Diese Idee war ihr nicht mehr auszureden, das merkte sie schon. Trotzig überlegte sie, was Springpfote mit ihren Quellen meinte. Aus dem FeuerClan konnte es keiner sein, es sei denn auf der Großen Versammlung... Nein, da hatte sie nichts gesagt.

Unvermittelt drehte Springpfote sich um. „Du hast vor dich hingemurmelt, wie du vom Patrouillieren mit Schattenherz und Eisenpfote zurückkamst. Du hast gesagt: Verliebt. In Efeupfote aus dem ErdClan. Vanilleduft konnte sich nicht daran erinnern, irgendetwas gemurmelt zu haben, aber woher sonst sollte Springpfote so etwas wissen? Und überhaupt- woher wusste Springpfote, dass sie gerade darüber nachgedacht hatte? Entschlossen stellte sie Springpfote zur Rede. „Vanilleduft“, erwiderte sie ernst. „Was ich dir jetzt erzähle, darfst du niemandem verraten, verstanden?“ Vanilleduft nickte langsam. „Ich kann Gedanken lesen!“, flüsterte Springpfote. Vanilleduft zuckte zusammen. Jetzt ergab alles einen Sinn! Sie hatte nichts gemurmelt, sondern ihre Gedanken waren gelesen worden!

Ich glaube dir!“, miaute sie. „Es ist die einzige logische Möglichkeit! Du bist unglaublich!“Tja, ich bin ja schließlich Heilerschülerin!“, lachte Springpfote. „Du kommst mit auf die nächste Versammlung und liest die Gedanken der anderen Clan- Katzen!“, meinte Vanilleduft aufgeregt. Es tut mir leid. Das funktioniert nur bei Kriegern des eigenen Clans!“, bedauerte Springpfote. „ Der SternenClan, speziell eine Kätzin, die du kennen müsstest, hat es mir gesagt.“ „Das war doch bestimmt Mohnpelz, deine Mutter!“, brach es aus Vanilleduft heraus. Mohnpelz war bei der Geburt ihrer drei Jungen Laufpfote, Hellstreif und Springpfote gestorben. Herzseele konnte sie nicht mehr retten. „Ja, du hast recht. Auch mein Vater Rabenkralle war da, aber nur sehr undeutlich.“Das tut mir leid“, erwiderte Vanilleduft. „Schon okay“, meinte Springpfote fröhlich. Man muss die Vergangenheit ruhen lassen und in der Gegenwart leben.“Du hast recht. Das solltest du auch mal Eisenpfote sagen!“, erwiderte Vanilleduft. Fröhlich plaudernd erreichten sie das Lager und Springpfote verschwand mit ihren Kräutern im Bau. Vanilleduft setzte sich auf die Lichtung. Sie musste diese Nachricht erst einmal verdauen.

  1. Kapitel


Sie schrak auf, als jemand sie mit dem Schwanz an den Beinen streifte. Verwirrt blickte sie um sich, doch sie konnte niemanden sehen außer ein paar hell funkelnte Sternchen in der Luft. Ihr wurde klar, dass sie Besuch vom SternenClan bekam. Da roch sie schon einen süßen Duft, den sie irgendwoher kannte. Genau! Es war Heuschweif, ihr Vater, der bei einem Angriff des WasserClans ums Leben gekommen war. Er flüsterte etwas, erst war es, als würde nur der Wind durch das Gebüsch brausen, aber dann konnte sie verstehen, dass er etwas über Springpfote sagte. Sie verstand nur: Hüte dich, irgendetwas über ihre Gabe zu erzählen! Es war ein Geschenk des SternenClans für eine tapfere junge Kätzin, die trotz ihrer Verletzung Mut gezeigt hat und ihr Wissen jetzt sinnvoll für den Clan gibt! Dann verschwand ihr Vater in einem Sternenwirbel und ließ nur einen schwachen Duft zurück, der schon anfing zu verblassen. Erst jetzt bemerkte sie, dass ein Wind aufgekommen war und die Bäume, die um das Lager standen, hin und her schwankten. Da klatschte ein dicker Regentropfen auf ihre Nase, Donner grollte und ein Blitz zuckte über den Himmel. Der Himmel war schon pechschwarz, und Wolken flitzten vorbei. Sämtliche Clan- Katzen kamen aus ihrem Bau geschlüpft und sahen beunruhigt zu Federstern auf dem Hochstein hinauf. Diese warf Haselschweif eine langen Blick zu und sagte mit lauter Stimme: „Der Sturm ist nicht weiter beunruhigend! Alle Ältesten und die Königinnen gehen in ihren Bau zurück!“ „Was passiert denn?“, rief Weißschweif nach oben. „Herzseele spricht gerade zum SternenClan!“, erwiderte Federstern.Krieger, bringt die Frischbeute in Sicherheit und passt auf, dass alle im Bau bleiben! Und die Schüler befestigen den Wall um das Lager!“, befahl sie. Vanilleduft rannte zum Frischbeutehaufen, schnappte sich so viel wie sie tragen konnte und schleppte es in eine kleinere Mulde unter dem Hochstein. Dann lief sie zu Laufpfote und Eisenpfote, die sich gerade mit ein paar Flechten abmühten, und half ihnen, diese so in den Wall zu wickeln, dass kein Loch mehr blieb. Danach sah sie sich auf der Lichtung um. Diese schien wie leergefegt, alle Katzen waren im Bau. Da hörte sie eine Stimme: „Vanilleduft! Pass auf!“ Sie drehte sich um und sah eine Eiche auf sich zukommen, der Sturm musste sie entwurzelt haben. Im letzten Moment wurde sie beseitegestoßen und hörte ein Stöhnen. Sie drehte sich auf den Bauch und rappelte sich auf. Wieder ertöhnte das Stöhnen, sie sah ein braunes Bein unter dem Stamm hervorragen. Haselschweif hatte sie gerettet, indem er sich geopfert hatte. Herzseele eilte herbei, hinter ihr Springpfote. Mit ihrem verletzten Hinterbein konnte sie nicht so schnell rennen und außerdem trug sie auch noch ein paar Kräuter im Maul. „Ich hab es gesehen!“, rief Ahornpfote vom Bau der Schüler hinüber. „Ich auch!“, antwortete Herzseele kurz und wandte sich wieder Haselschweif zu. Er sah schlimm aus, seine Hinterbeine waren seltsam verdreht und seine Brust glänzte vor Blut. Herzseele wandte sich zu Vanilleduft. „Ich kann nichts mehr für ihn tun“, sagte sie leise. „Ich werde ihm Mohnsamen geben, um ihm die Reise zum SternenClan zu erleichtern, aber sterben wird er trotzdem. Er ist ein Held, der SternenClan wird ihn mit Freuden aufnehmen.“ Federstern war hinter sie getreten. „Mein Stellvertreter war ein guter Kater. Seit ich Anführer bin, und das bin ich erst drei Blattwechsel, musste ich schon zwei neue Stellvertreter ernennen. Und jetzt einen dritten.“ Sie trat auf Haselschweif zu, dessen Brust sich nun gleichmäßig hob und senkte, und schloss seine Augen zum letzten Mal. Sein Bein zuckte, und dann war sein Körper still. „Er ist tot“, murmelte Vanilleduft leise. „Er ist tot!“ Federstern trat auf die Lichtung. „FeuerClan!“, rief sie. „Wer es noch nicht weiß: Haselschweif, mein Stellvertreter, ist tot!“ Unfähig, etwas zu sagen, starrte der gesamte Clan erschrocken zu ihr auf.

  1. Kapitel

Beerenpelz fand als Erste ihre Worte wieder und fragte, während ihre lebhaften Jungen sorglos um sie herumtollten: „Warum?“ Es war nur ein Wort, aber das war das Wort, das die Stille brach. Es brach ein Tumult los. Links und rechts von sich hörte Vanilleduft, wie die Katzen heftig miteinander diskutierten. „Ruhe!“, versuche sich Federstern einen Überblick zu verschaffen. „Haselschweif ist nicht umsonst gestorben! Er war ein älterer, erfahrener Krieger und wusste, wann es nötig ist, sich für jüngere zu opfern: Er rettete Vanilleduft, unsere neueste Kriegerin vor dem Tod durch ebendiesen Baumsturz! Haselschweif ist ein Held und heute Nacht wird der gesamte Clan für ihn die Totenwache halten, so wie es sich für einen Helden gebührt!“ Sofort kehrte Ruhe ein. Vanilleduft spürte, wie die anderen sie ansahen. Es waren keine wütenden Blicke, sondern eher neugierige, die sie sehr verlegen machten. Sie knetete mit den Pfoten den Boden und sah hinab. Dann jubelte Ahornpfote: „Mein Vater ist ein Held! Haselschweif ist ein Held!“ Und alle anderen taten es ihr gleich. Sie bejubelten Haselschweif, den Retter von Vanilleduft, welche sich immer noch für seinen Tod verantwortlich machte. „Das musst du nicht!“, tröstete sie Schattenherz, nachdem sie ihr alles erzählt hatte. „Er hätte dich auch dem Tod überlassen können, aber er hat dich gerettet und wusste, was er tat.“Du hast Recht“, murmelte Vanilleduft. „Es ist nur- ach, egal. Federstern muss noch einen neuen Stellvertreter ernennen, und zwar vor Mondhoch. Ich werde es ganz sicher nicht sein.“, murmelte sie traurig.Warum denn nicht?“, fragte Schattenherz. „Du trägst keine Schuld an Haselschweifs Tod und Federstern vertraut dir.“ Da sprang Federstern schon auf den Mondstein. „Ein neuer Stellvertreter muss ernannt werden“, jaulte sie, „ich habe meine Wahl getroffen und sage dies im Beisein des toten Haselschweif, so dass er meine Wahl billigen möge. Vanilleduft wird die neue Zweite Anführerin des FeuerClans!“ Ungläubig starrte Vanilleduft zu ihr hinauf. Sie konnte es nicht fassen. Federstern hatte tatsächlich sie ausgewählt! Eines Tages würde sie vielleicht Anführerin des FeuerClans sein! Und das jetzt, wo sie sich in Efeupfote verliebt hatte! Sie hörte undeutliche Jubelschreie, erkannte Springpfote, die fröhlich auf und ab hüpfte, Schattenherz, die glücklich miaute und ihren Schwanz mit Eisenpfotes verschränkte, und Federstern, die gerade etwas sagen wollte. Plötzlich konnte sie wieder klar denken. „Ruhe!“, zischte sie den anderen zu. Federstern hatte Eisenpfote nach vorne geholt und sprach jetzt an den Clan gewandt: „Ich bitte den SternenClan, auf diesen Schüler hinabzu schauen. Er hat hart gearbeitet, um eure Gesetze zu verstehen, und ist nun würdig, seinen rechtmässigen Kriegernamen zu erhalten. Eisenpfote, von nun an nennen wir dich Eisenkralle. Wir ehren dich für deinen Mut und deinen Ehrgeiz und heißen dich als rechtmässigen Krieger im FeuerClan willkommen.“ Federstern sprang vom Hochstein, legte Eisenkralle die Schnauze auf den Kopf und dieser leckte ihr die Schulter und trottete auf seinen Platz bei den Kriegern. Als Erste jubelte Schattenherz, dann fingen die Schüler an, und danach bejubelte der ganze Clan den neuen Krieger Eisenkralle und die neue Zweite Anführerin Vanilleduft. Die beiden sahen sich an und mussten lachen. Es war sehr befreiend und sie lachten, während der gesamte Clan sie anschaute, als wären sie verrückt geworden. Dann wurde Vanilleduft klar, welche Verantwortung sie nun erwartete. Sie musste die Patroullien einteilen, sagen, wer welche Mentoren bekommen sollte, wer mit auf die große Versammlung morgen durfte und so weiter. Aber erst einmal legte sie sich neben die Leiche ihres Lebensretters Haselschweif. Der Rest des Clans tat es ihr gleich, und so hielten sie die Totenwache bis zum frühen Morgen.

  1. Kapitel

Sehr früh wachte sie auf und teilte gleich die Morgenpatrouille ein. Es sollten erst Dunkelteich, Schattenherz und Ahornpfote gehen und an den Grenzen patrouillieren, dann Eisenkralle und Laufpfote mit Tropfenkralle jagen, und sie selbst wollte alleine jagen, nicht zuletzt, um an der ErdClan Grenze Ausschau nach Efeupfote zu halten. Ahornpfote lief sofort los, um Dunkelteich und Schattenherz zu wecken, und Eisenkralle nahm Laufpfote mit zu Tropfenkralle beim Bau der Ältesten. Vorsichtig sah Vanilleduft sich um. Jetzt waren alle weg, die sie eingeteilt hatte, und so konnte sie aus dem Lager. Sie ging hinaus, und sobald der Lagereingang vor ihren Augen hinter den Farnwedeln verborgen war, rannte sie los. Bald schmerzten ihre Beine, doch sie rannte immer weiter, in Richtung Kiefernort, das Territorium des ErdClans. Kurz vor der Grenze stoppte sie und versteckte sich hinter einem abgestorbenem Baumstumpf. Sie hatte mal wieder mal nicht nachgedacht. Was wäre, wenn nicht Efeupfote, sondern ein anderer hier patrouillierte? Doch sie hatte Glück: schon roch sie Efeupfotes herben Duft, der sie an den Geruch des Waldes nach Regen erinnerte. Leider war noch eine andere ErdClan Katze dabei, eine braune Kätzin. Jetzt erinnerte sie sich, das musste Efeupfotes Mentorin Laubfell sein. Doch sie nannte ihn nicht Efeupfote, sondern Efeukralle. Er ist Krieger! dachte sie glücklich. Anscheinend ist er genauso alt wie ich! Er sagte etwas zu Laubfell, und entfernte sich dann etwas. Er kam direkt direkt auf sie zu! Vor Schrecken hielt sie die Luft an. Doch er machte keine Anstalten, irgendetwas zu jagen, sondern hielt genau auf ihren Farnwedel zu. Dann flüsterte er: „Vanillepfote! Ich weiß dass du es bist! Komm raus, Laubfell ist schon weg!“ „Wenn schon, dann Vanilleduft!“, erwiderte sie. „Vanilleduft komm raus!“, versuchte er es noch einmal. Sie bog die Farnwedel auseinander und sah in das dunkel gestreifte Gesicht Efeukralles, in seine grünen Augen, in denen sie wie in einem See ertrank. „Wollen wir zusammen jagen gehen?“, fragte er sie schüchtern. „Äh...ja...gern“, brachte sie heraus. Wieder flatterte der verschluckte Schmetterling in ihrem Bauch herum. Während sie nebeneinander liefen, berührten sich ihre Flanken immer wieder, und Vanilleduft war es, als würde an diesen Stellen sämtliche SternenClan Katzen ihr Fell berühren, so kribbelte es. Souverän und mutiger, als sie sich fühlte, fing sie einen Hasen. Efeukralle schien beeindruckt. Da sie und Efeukralle nicht auf der Jagd waren, teilten sie sich den Hasen in einer kleinen Ginsterhecke. Glücklich sah sie ihn an, wie er fraß. Irritiert blickte er auf. „Ist etwas?“, fragte er verunsichert. „Nein, nein!“, versicherte Vanilleduft. „Es ist nur... ich habe mich verliebt...“ „Und, wer ist der, der sich so glücklich schätzen kann?“, fragte er kauend. „Du!“, brach es aus ihr heraus. Er verschluckte sich an seinem Hasen. „Ich?“, fragte er hustend. „So ein Zufall!“ „Wieso Zufall?“ „Weil ich mich in dich verliebt habe!“, antwortete er gelassen. „Was glaubst denn du, warum ich zu Laubfell gesagt hatte, ich ginge allein jagen? Und dann dich gefragt habe? Ich hätte dich ja auch Laubfell melden können! Und wenn ich dich nicht lieben würde“, fügte er hinzu, „würde ich ja auch nicht meinen Clan für dich verlassen!“ Noch nie hatte jemand so etwas Tolles zu ihr gesagt. „Oh Efeukralle!“, maunzte sie. „Ich weiß gar nicht, ich...“ „Ist gut!“, flüsterte er. Er wand seinen Schwanz in ihren und so saßen sie lange Zeit, bis Laubfell von weit weg rief: „Efeukralle! Da war jemand vom FeuerClan auf unserem Territorium! Komm schnell!“ Unsanft wurde Vanilleduft aus ihrem Tagtraum gerissen. Sie winkte Efeukralle mit ihrem Schwanz zum Abschied und sprang dann davon, um sich seinen Geruch aus dem Fell zu waschen und noch etwas zu jagen, damit es nicht auffiel, dass sie weggewesen war.

  1. Kapitel

Zum Glück hatte es ja geregnet, so dass es kein Problem war, sich im Fluss zu baden. Sie leckte sich das Fell, bis es kein bisschen mehr nach Efeukralle roch. Dann wusch sie sich die Schnauze und jagte ein Eichhörnchen und eine Drossel. Zufrieden mit ihrer Ausbeute warf sie das im Lager auf den Frischbeutehaufen und fraß mit wohligem Glücksgefühl eine kleine Feldmaus. Sie hatte nicht mehr besonders Hunger nach dem Hasen, doch wollte sie sich nicht verdächtig machen. Sofort wurde sie von Silberblüte in Beschlag genommen, die sie bat, auf ihre Jungen aufzupassen, während sie im Fluss trank. Muscheljunges, das frechste, stürzte sich auf das ernsten Perlenjunges. Diese versuchte erst gar nicht, sich zu wehren, und ließ alles über sich ergehen. Blütenjunges schien sich eher für den Moosball zu interessieren, der neben ihr lag. Sie stupste ihn immer mit einer kleinen Kralle an und wunderte sich, warum er davonrollte. Vanilleduft amüsierte sich köstlich. Ab und zu gab sie Blütenjunges den Moosball zurück und trennte Muscheljunges von Perlenjunges, die inzwischen am Boden lag, während Muscheljunges auf ihr thronte. Gleich stürzte Nebelwolke auf sie zu. „Ich werde in die Kinderstube umziehen“, erklärte sie. „Sagst du es Federstern?“ „Natürlich, sofort“, erwiderte Vanilleduft. Sie näherte sich Federsterns Bau. Innen lag Federstern auf einem Moosbett und fraß gerade eine Amsel. Als sie ihr es verkündete, schaute Federstern erfreut. Ahornpfote soll ihr ein Moosbett bereitstellen“, wies sie an. „Dann soll Laufpfote ihr ein wenig Frischbeute jagen.“Sofort!“ Vanilleduft wies Ahornpfote an, ein dichtes Moosbett bereit zu halten, und Laufpfote jagte in der Zwischenzeit einen Hasen, den Vanilleduft in die Kinderstube vor Nebelwolke ablegte. Dankbar sah diese sie an und fing an zu fressen. Ihr Bauch war sehr dick, die Jungen würden bestimmt in den nächsten Tagen geboren werden. Später schickte Vanilleduft noch eine Patrouille los, mit Beerenpelz, die ihre Jungen bei Nebelwolke ließ, Federstern und Dunkelteich. Sie selbst wollte noch einmal zum Jagen losziehen, aber diesmal mit Ahornpfote und Schattenherz. Der Frischbeutehaufen musste wieder gefüllt werden, bald würde die Blattleere kommen. Es lagen schon überall Blätter auf dem Boden, die den Blattfall ankündigten. Sie nahmen die Route zu den Zweibeinernestern und schlichen an der Grenze zum WasserClan entlang. Vanilleduft fing einen Spatz und eine Maus und vergrub sie unter der alte Eiche. Dann zog ein starker Eichhörnchengeruch vorbei und sie fing eines, das gerade eine Nuss knackte. Schattenherz fing, sie war eine gute Jägerin, einen Hasen, einen Fisch und eine Amsel. Ahornpfote fing nicht so viel. Vergeblich jagte sie einem Eichhörnchen nach, und verfehlte einen Spatz nur knapp, sodass sie nur eine Drossel erwischte. Später wollte Schattenherz noch einem Hasen nachjagen, der im Gebüsch verschwunden war, und Ahornpfote musste hinter einem Busch „ihr Geschäft erledigen“. Hier in der Gegend gab es keinen weiteren Beutegeruch mehr, alles war schon entweder gejagt oder geflüchtet. So lief Vanilleduft weiter Richtung Zweibeinerort, und plötzlich roch sie einen intensiven Zweibeinergeruch, sah braune Gitterstäbe und spürte eine starke Kraft, die sie in ein Nest aus geflochtenen Zweigen schob. Sie roch stark nach Zweibeinern und musste eine Zweibeinerpfote sein. Verzweifelt wehrte sie sich dagegen, doch die Kraft war stärker und schob sie unbeirrt weiter. Die Tür des Nestes knallte zu. Dann merkte sie nur noch, wie es schaukelte, wahrscheinlich wurde sie hochgehoben, und ihr wurde übel. Dann wurde sie von einer Seite auf die andere geschleudert und knallte gegen die Wand. Alles wurde schwarz.



17. Kapitel

Als sie aufwachte, tat ihr alles weh. Außerdem roch es hier sehr nach Zweibeinern, und das Bett unter ihr fühlte sich nicht nach Moos an. Dann erinnerte sie sich wieder: Sie war von den Zweibeinern entführt und in ihr Nest gebracht worden. Um sie herum war alles dunkel. Sie lag in einem stinkenden Käfig. Es roch stark nach Katzen, vermischt mit Zweibeinergeruch und dem Geruch ihres Futters. Außerdem roch sie etwas, das ihr bekannt vorkam: Ein Geruch vom Wald nach Regen. Das war Efeukralle! „Keine Angst, ich hol dich da raus!“, flüsterte er. „Wo sind wir?“, wollte sie wissen. „Wir sind in einem Zweibeinernest“, erwiderte er und versuchte im dämmrigen Licht den Riegel ihrer Tür zu knacken. „In einem- Zweibeinernest?“ Angeekelt fuhr sie zurück. „Ist doch jetzt egal“, wisperte Efeukralle. „Hauptsache, du kommst hier raus! Hilf mir mal!“ Mit gerümpfter Nase machte sie sich an dem Türriegel zu schaffen. Mit vereinten Kräften konnten sie ihn ein wenig zu Seite schieben, aber es war nicht genug. Plötzlich knurrte jemand von unten hinauf: „Ich habe mich schon befreit. Moment, ich helfe euch.“ Ein schwerer Körper landete auf ihrem Käfigdeckel. Die perlmuttfarbene Kätzin packte das Schloss mit den Zähnen und ließ sich fallen. Erschrocken beobachtete Vanilleduft, wie die fremde Kätzin hart auf dem Boden aufschlug. Erst befürchtete sie, die Kätzin hätte sich verletzt, aber diese rappelte sich auf und hielt den Riegel im Maul. „Na komm schon!“, fauchte sie. „Worauf wartest du noch? Ich hab dich befreit!“ „Danke!“, miaute Vanilleduft. „Ich bin Vanilleduft aus dem FeuerClan“, stellte sie sich vor, „und das ist Efeukralle aus dem ErdClan...“ „Auch aus dem FeuerClan!“, unterbrach er sie schnell. Nicht weniger verwundert als die Kätzin schaute Vanilleduft. Er wollte also wirklich den Clan wechseln! Ein wohliger Schauer durchlief sie. Die Kätzin schaute ihn nachdenklich an. „Ich bin Glanzteich“ knurrte sie. „Glanzteich? Bist du...?“ „Nein!“, fauchte sie. „Ich bin freiwillig gegangen! Jeder denkt, ich wäre verbannt worden, aber das ist nicht wahr! Ich stamme aus dem LuftClan“, fügte sie freundlicher hinzu.Es tut mir leid“, entschuldigte Vanilleduft sich. „Ich... ich hab bloß noch nie eine Katze getroffen, die freiwillig den Clan ihrer Geburt verlassen hat.“Tja, nun hast du eine getroffen!“, knurrte Glanzteich. „Ich wohne jetzt in der alten Scheune vor dem Zweibeinerort, beim WasserClan Territorium. Kennt ihr Rose?“, fragte sie.Nein“ murmelte Efeukralle und Vanilleduft fügte hinzu: „Ist sie eine Einzelläuferin?“Nein“, knurrte Glanzteich. „Sie ist ein Hauskätzchen und meine Tochter. Sie hat sich für ein Leben bei den Zweibeinern entschieden. Ich war nicht glücklich darüber, aber es ist ihr Leben. Was führt euch hierher?“ „Also, ich war jagen!“, miaute Vanilleduft, „wo er war, weiß ich nicht!“ „Du weißt es nicht? Aber... ihr seid beide aus dem FeuerClan?“Nein, nein“, beeilte sich Efeukralle zu erklären. „Ich liebe Vanilleduft, und ich werde den Clan wechseln, um bei ihr zu sein.“ Nachdenklich schaute sie ihn an. „Ich war auch mal jung“, maunzte sie, „und ich habe mich ebenfalls so heftig verliebt, dass ich bereit war, den Clan zu wechseln. Er hieß erst Fluffi und war ein Hauskätzchen...“ „Und dann..?“, unterbrach Efeukralle. „Und dann verließ ich den LuftClan für ihn. Alle waren geschockt, denn ich wollte sie schließlich für einen Kater verlassen, der bei Zweibeinern lebte! Doch mein damaliger Anführer sah ein, dass man Opfer bringen muss!“, seufzte sie. „Er erlaubte es mir. Noch nie war ich so glücklich gewesen. Fluffi verließ seinen Zweibeiner und nannte sich jetzt Wolke, ein Einzelläufer. Ich wollte noch eine Erinnerung an den LuftClan haben und entschied mich gegen einen Einzelläufernamen und für meinen Clan- Namen. Wir hatten zusammen unseren Erstgeborenen Ziegel, ein rotbrauner Kater, der bei Wolke lebt. Dann kamen mehrere Töchter, unter ihnen Rose. Der Rest starb bei der Geburt.“ Sie starrte durch Vanilleduft und Efeukralle hindurch auf einen Punkt, den sie beide nicht sehen konnten.




18. Kapitel

Ich danke dir!“, miaute Vanilleduft vorsichtig. Glanzteich schien wie aus einem Traum zu erwachen. „Ja, schon in Ordnung!“, knurrte sie. „Hoffentlich passt ihr jetzt besser auf euren Weg auf, denn euer Leben liegt noch vor euch! Ach ja, einen Tipp hätte ich noch für euch...“ Sie winkte Vanilleduft zu sich heran. „Sag deinem Clan“, flüsterte sie, dass Efeukralle dich vor den Zweibeinern gerettet hat! Dann werden sie ihn mit Freuden aufnehmen!“Danke...danke“, stammelte Vanilleduft. „Ich kann nicht glauben, was du alles für uns tust!“Ich würde alles tun, um einer jungen Liebe zu Erfolg zu verhelfen!“, knurrte sie. „Ihr könnt mich ja besuchen!“ Sie sauste aus dem Nest ins Freie. Die beiden Krieger stürzten hinter ihr her, sahen aber nur noch ihren glänzenden Schwanz, der über den Zaun des Nests verschwand. „Sie ist so klug!“, seufzte Vanilleduft. „Sie würde eine hervorragende Anführerin abgeben!“, bekräftigte Efeukralle. „Meinst du, wir sollten ihren Rat befolgen?“, fragte Vanilleduft ihn. „Wenn du willst, dass ich in deinem Clan bin, ja!“, schnurrte Efeukralle. „Na gut“, erwiderte Vanilleduft. Sie erreichten das Lager des ErdClans. „Sag du es Steinstern“, flüsterte Vanilleduft, „ich warte hier!“ Efeukralle nickte und schlüpfte über die Grenze. Sie blickte ihm lange nach. Irgendwann, es konnte nur ein Augenblick, aber auch ein Blattwechsel gewesen sein, erschien er wieder, mit Steinstern neben sich. „Es tut mir leid...“, sagte er, doch Steinstern unterbrach ihn: „Geh und sei glücklicher als in diesem Clan. Man muss nicht in den Clan gehören, in dem man geboren wurde.“ Er beugte sich vor und berührte Vanilledufts Nase mit seiner. „Ich glaube, du bist es wert!“, murmelte er und verabschiedete sich auch noch von Efeukralle. Dann verließ er sie wieder. Beim Farntunnel, dem Eingang zum Lager des FeuerClans, saßen fast alle Krieger zusammen. „Sie ist jetzt beim SternenClan“, hörte Vanilleduft Flechtenherz miauen. „Sie jagt jetzt mit dem SternenClan“, beruhigte Glücksseele ihre Jungen. „Was ist los?“ Erschrocken bahnte sie sich einen Weg durch die Katzen. Vor ihr lag eine silbergraue Kätzin. Der stolze Ausdruck, den Vanilleduft in ihren Augen immer hatte schimmern sehen, war verschwunden. Es war Federstern.

Neben ihr lag ein kleines, ihr unbekanntes Junges, das Springpfote unermüdlich leckte. „Nebelwolke hat ihre Jungen bekommen!“, erklärte sie. „Das hier ist Marmorjunges. Sie hat noch drei, Schneejunges, Eisjunges und Wolkenjunges. Ein Baum ist hinabgestürzt, wie bei Haselschweif. Federstern hat es beiseite gestoßen, doch sie wurde dabei verletzt. Sie hatte im Kopf innere Blutungen, wir konnten sie nicht retten. Wo warst du?“, fragte sie. „Ich wurde von Zweibeinern gefangen gehalten und Efeukralle hat...Warte.“ Sie scheuchte alle Katzen ins Lager und sprang auf den Hochstein. Sofort kehrte Ruhe ein. Sie blickte auf die Katzen hinab und begann zu reden. „Ich wurde von Zweibeinern gefangen“, fing sie an. „Efeukralle aus dem ErdClan hat mich befreit.“ Sofort murmelten alle los. „Er beschloss, den ErdClan für mich zu verlassen und in den FeuerClan zu wechseln“, fuhr sie fort. Sie erwartete Widerworte, doch alles blieb still. „Wir werden um Federstern trauern, doch erst braucht ihr einen neuen Anführer. Ich werde sofort mit Springpfote zur Mondhöhle reisen und meine neun Leben in Empfang nehmen.“ Sie forderte Springpfote auf, loszugehen. Hinter ihr war alles ruhig. Nach einer schweigsamen Reise gelangten sie zum Mondstein. Springpfote verschwand im Tunnel und Vanilleduft folgte ihr mit wackligen Beinen. Vor ihr erstreckte sich eine große Fläche, in deren Mitte sich ein Wasserbecken befand. Sie trat vor und fischte mit den Zähnen einen kleinen Stein raus. Diesen klemmte sie sich zwischen die Vorderpfoten und sank sofort in einen tiefen Schlaf.



19. Kapitel

Als sie aufwachte, stand sie mitten im Lager des FeuerClans. Vor ihr stand Federstern- das konnte nicht sein, sie war tot! Neben ihr standen viele Katzen, zu viele zum Zählen. Sie alle funkelten, und ein Schimmer, eine Aura aus Sternen umgab sie. Es waren die Katzen des SternenClans. Sie bemerkte, dass die meisten Katzen verblassten, und nur Federstern und noch acht Katzen waren übrig. Federstern trat auf sie zu. „Du bist als Anführerin des FeuerClans auserwählt worden. Ich werde dir dein erstes Leben verleihen.“ Sie legte ihr die Nase auf den Kopf. „Mit diesem Leben gebe ich dir Mut“, flüsterte sie. Vanilleduft fühlte sich für einen Moment so, als könnte sie es alleine mit einem Monster aufnehmen. Federstern entfernte sich. Eine neue Kätzin trat auf Vanilleduft zu. Irgendwann hatte sie diese Kätzin schon einmal gesehen. „Ich bin Rauchstern“, murmelte diese. Rauchstern! Die Anführerin vor Federstern! erinnerte sie sich. Rauchstern berührte ihre Nase und flüsterte: „Ich verleihe dir Klugheit in deinem zweiten Leben. Du wirst sie brauchen.“ Vanilleduft spürte einen langen Strom aus Energie, und es war wie ein Blitz. Ein Kater trat nach vorne. Er war nicht besonders alt, und doch schien er so alt wie das Lager des FeuerClans. „Ich bin Moorpfote, dein Bruder. Ich verleihe dir Ausdauer, die unerschöpflich sein wird.“ Vanilleduft bemerkte, dass sie rannte und rannte, ohne dass sie müde wurde. Als sie stoppte, sah sie, dass sie sich nicht einen Schritt bewegt hatte. Sie fühlte sich erschöpft von der Anzahl der Leben, die sie erhalten hatte. Und doch war es noch nicht einmal die Hälfte von dem, was sie erwartete. „Mit diesem Leben verleihe ich dir Liebe“, ertönte eine weitere Stimme. Erschrocken drehte sie sich um. Ihr Gesicht hellte sich auf, als sie erkannte, wer es war. Es war Fischpfote, ihre erste Liebe. Ein hübscher grauer Kater, mit blauen, wasserfarbenen Augen trat auf sie zu. „Nutze diese Liebe gut, für alle im FeuerClan, vorallem aber für Efeukralle.“ Er zwinkerte. Als nächstes erschien ihr Mohnpelz. Sie trat mit dem selben Stolz auf, der sie jedesmal frustriert und ihr auch gleichzeitig imponiert hatte. „Ich verleihe dir dein fünftes Leben und Treue für den FeuerClan, den Wald und für den SternenClan.“ Bei der Berührung rutschte die ungeschickte Mohnpelz ab, und als sie dabei Vanilledufts Schnauze berührte, fühlte es sich heiß und kalt zugleich an. Eine ihr wohlbekannte Kätzin trat auf sie zu. „Mutter! Rosenblüte! Aber...“ Die cremefarbene Kätzin wischte ihr mit dem Schwanz über das Maul. „Ich gebe dir dein sechstes Leben und Geschicklichkeit im Kampf“, flüsterte sie und warf stolz einen Blick auf ihre Tochter.Und ich verleihe dir dein siebtes Leben und damit Stärke“, knurrte ein älterer, weißer Kater mit braunen Augen wie sie. „Heuschweif! Vater! Ich habe dich vermisst!“, brachte sie hervor.Du hast als einzige deines Wurfs überlebt“, flüsterte er, „ich habe immer gewusst, dass du etwas besonderes bist!“ „Ja, denn ich wurde als Schülerin vom Anführer des WasserClans getötet!“, jaulte eine Kätzin. Es könnte Vanilledufts Zwillingsschwester sein. „Ich bin Heidepfote, deine Schwester. Ich verleihe dir dein achtes Leben und Gerechtigkeit, um die Taten anderer fair zu beurteilen.“ Sie fühlte eine Kralle, die in ihre Kehle drang, und Wut, Schmerz und bittere Enttäuschung. Das mussten Heidepfotes letzte Momente auf Erden gewesen sein.Und dein neuntes Leben verleihe ich dir!“, ertönte eine kraftvolle Stimme. Vanilleduft wirbelte herum. Sie hatte viel von dieser Kätzin gehört. Es war Feuer, die einst den FeuerClan gründete. Feuer war doppelt so groß wie alle anderen Katzen und Vanilleduft war richtig eingeschüchtert.Ich verleihe dir hiermit Schutz. Sorge für den FeuerClan wie eine Königin für ihre Jungen.“ Sie trat näher zu Vanilleduft und sagte: „Ich grüße dich mit deinem neuen Namen, Vanillestern. Dein altes Leben ist nicht mehr. Du hast jetzt die neun Leben eines Anführers empfangen und der SternenClan gewährt dir und deinem Clan auf ewig sein Geleit. Behüte deinen Clan, sorge für Jung und Alt, ehre deine Ahnen und das Gesetz der Krieger und lebe jedes Leben voller Stolz und Würde.“ Plötzlich verschwanden alle Katzen in der Senke, bis auf Feuer, die noch verblasste. Es war nur noch ihr Gesicht da, als sie flüsterte: „Vanillestern! Wer von Duft und Gewächs den Fels zuerst erklimmt, der wird den GroßClan erretten!“ Damit verschwand sie, und Vanillestern stand alleine da.Halt! Warte!“, rief sie ihr nach. Doch sie wusste, dass es keinen Sinn mehr hatte.

Feuer war weg.




  1. Kapitel

Vanillestern schlug die Augen auf. „Springpfote! Wo bist du?“, jaulte sie laut. „Ich bin hier“, beruhigte diese sie. „Es war so“, begann Vanillestern. „Ich habe meine neun Leben alle erhalten, und meinen Namen auch. Dann sind alle Katzen des SternenClans verschwunden, nur Feuer war noch halb da, und...“ „Feuer?“, unterbrach Springpfote. „Die, die den FeuerClan gegründet hat!“, erklärte Vanillestern ihr. „Und die sagte eben: Wer von Duft und Gewächs den Fels zuerst erklimmt, der wird den GroßClan erretten. Was heißt das?“Also, ich verstehe jetzt die allererste Prophezeiung. Da warst du noch Schülerin: Weder Geschmack, noch Geräusch, noch Gefühl, aber ein Geruch ist für den Clan wichtig. Du bist der Geruch, Vanilleduft! Und bei dieser Prophezeiung bist du der Duft. Gewächs ist dann...“ „Efeukralle! Jetzt verstehe ich es!“, miaute sie. „Ich erwarte nämlich Junge von ihm!“Jetzt ist alles klar. Eines deiner Jungen wird den Fels zuerst erklimmen und den GroßClan erretten. Aber- wer oder was ist der GroßClan? Und der Fels? Das wird nur der SternenClan wissen!“, seufzte Springpfote. Das bekommen wir schon noch heraus!“, tröstete Vanillestern sie. Sie hatten gar nicht bemerkt, dass Laufpfote hinter ihnen stand. „Vanillestern!“, miaute sie und senkte ehrfürchtig den Kopf. „Steh auf! Ich bin immer noch Vanillestern, deine Freundin!“ „Ja, aber du bist jetzt Anführerin! Ich bin nur Schülerin!“, miaute sie bitter. „Ich erwarte Junge!“, platzte es aus Vanillestern hinaus. „Von Efeukralle?“, fragte Laufpfote. „Der ganze Clan redet davon!“Oh“, murmelte sie. Efeukralle hatte schon alles gesagt. Im Moment war ihre größte Sorge jedoch: Wer soll der Zweite Anführer des FeuerClans werden? Nach einer schlaflosen Nacht hatte sie die perfekte Zweite Anführein gefunden: Tropfenkralle. Mehr als einmal hatte die erfahrene alte Kätzin ihre Geschicklichkeit im Kampf gezeigt, auf der Jagd war sie ebenfalls erfolgreich. Als sie auf dem Hochstein stand, um es zu verkünden, sah es aus, als würde Samtfell gewählt werden wollen. Tropfenkralle dagegen plauderte fröhlich mit den Jungen von Beerenpelz und schien gar nicht zu erwarten, gewählt zu werden. „Ein Zweiter Anführer muss gewählt werden. Ich verkünde meine Wahl im Angesichts des SternenClans, sodass sie meine Wahl billigen werden.“ Kurz stoppte sie. Gierig sah Samtfell zum Hochstein hinauf. Alle anderen schienen sehr aufgeregt, schließlich könnte es der neue Anführer werden.Der neue Zweite Anführer des FeuerClans ist...Tropfenkralle!“, verkündete sie freudig. Stille breitete sich aus. Dann stürmte Dunkelteich zu ihrer alten Freundin hinüber. „Glückwunsch!“, miaute sie laut. „Ich bin so stolz auf dich!“ Das war das Stichwort. Alle anderen gratulierten Tropfenkralle ebenfalls, nur Samtfell starrte mit unverhohlenem Hass zu ihr hinauf. Pech gehabt“, murmelte sie leise, doch Samtfell hatte es gehört. „Das wirst du bereuen, Vanillestern!“, fauchte er. Ihr Name klang aus seinem Mund wie ein Schimpfwort. Springpfote kam aus dem Bau der Heilerin gestürmt. „Herzseele! Sie...“, Sie verstummte. „Glückwunsch, Tropfenkralle“, brachte sie hervor. „Herzseele ist sehr schwach! Sie wird sterben, sie hat den grünen Husten!“ Schnell stürmte Vanillestern zur Heilerhöhle. Dort lag Herzseele. Sie atmete nur noch sehr schwach. „Ich vertraue dir, Springpfote. Du wirst die Heilerin des FeuerClans sein!“ „Nein“, flüsterte diese bestürzt. „Bist du es, Schwarzschweif?“, flüsterte Herzseele. „Bist du gekommen, um mich zum SternenClan zu bringen?“ Sie hustete und nahm einen letzten Atemzug. Dann schlossen sich ihre Augen. „Sie ist tot!“, jaulte Springpfote. „Sie ist tot!“ „Hiermit ernenne ich dich zur Heilerin des FeuerClans, Springpfote. Du wirst den Namen Springtatze von heute an tragen!“, verkündete Vanillestern.

Traurig sah sie Springtatze an. Sie konnte es nicht fassen. Erst Haselschweif, dann Federstern, und jetzt Herzseele.

Epilog



„Sie sind ja so süß“, seufzte Vanillestern. Stolz blickte sie auf ihre zwei Töchter, die gerade Fangen spielten. Man sah gleich, womit die beiden ihre Namen verdient hatten: Honigjunges war goldfarben und ihr Fell leuchtete in der Sonne, bei Hibiskusjunges Geburt war eine Blüte des so seltenen Hibiskusbaumes auf das frisch geborene Junge herabgesegelt. Damit war der Name festgelegt worden.

„Aber wer wird den Fels erklimmen und den GroßClan erretten?“, fragte Vanillestern sich. Diese Frage konnte nur die Zeit klären.

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki